Das Ferne ganz nah
Detlev Glanert ist ein hörerfreundlicher Komponist. Der 52-jährige Henze-Schüler verärgert weder avantgardistisch gesonnene Naturen, noch verschreckt er Normal-Abonnenten. Kein abgehobener Esoteriker, keiner, der für Spezialistenzirkel schreibt und Erfolg für schändlich hält. Glanert ist der Mann für Bregenz, der Rechte für ein Unternehmen, das über die Suche nach Raritäten fürs Festspielhaus, nach Besonderheiten abseits des Kernrepertoires nun eine Uraufführung an die andere reiht.
Für die diesjährige fischte Glanert aus seinem Notizbuch mit – er sagt’s selbst – 150 Stoffen den Roman «Solaris» (1961) des polnischen Science-Fiction-Autors Stanislaw Lem heraus.
Sechzehn Monate dauerte der Flug. Endlich ist der Psychologe Kelvin auf der Raumstation eingetroffen, die den Planeten Solaris umkreist. Für die Forscher dort bedeutet die Konfrontation mit den Rätseln im All die Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit. Um Schuld geht es, um Verdrängung, auch um Wünsche und Ängste. Doch kaum ist Kelvin eingetroffen, realisiert er: Etwas ist faul. Seltsame Dinge ereignen sich. Selbstmorde, Chaos. Die Station verrottet. Am seltsamsten sind jene «Gäste», die die teils versoffenen, teils ...
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Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 38
von Heinz W. Koch
Fast könnte man sagen, es ist ein Abend der Duette. Ausgerechnet dort, wo die Musik des «Fliegenden Holländer» beiläufig wirkt, weil sie mit der Tradition hantiert, sorgt Christian Thielemann für neue Hörperspektiven – in genauer Absprache mit seinen Solisten und einem bestens aufgelegten Festspielorchester. Nicht die von Wagner provokativ und nassforsch...
Was haben «Carmen» und «Don Giovanni» gemeinsam? Nichts. Wenn die jüngsten CD-Veröffentlichungen beider Opern an dieser Stelle dennoch gemeinsam gewürdigt werden, hängt das mit der Entstehung beider Produktionen zusammen. Im letzten Jahrzehnt sind neue Opern-Veröffentlichungen auf CD selten geworden, zugunsten der DVD. Meist handelt es sich (wie bei den...
Herr Schreier, Sie sind als Oratorien- und Liedsänger berühmt geworden. Die Oper kam erst später hinzu?
Ja, so ist es. Meine Entwicklung ging vom Dresdener Kreuzchor aus, von der Affinität zu den alten Meistern. Warum bin ich überhaupt zur Oper gekommen?! Ich werde es Ihnen sagen: Eine Gesangskarriere kann man nicht ohne Oper machen.
Fühlten Sie sich zur Oper...
