Neue Welt: Christian-Andreas Engelhardt (Candide); Foto: Jörg Landsberg

Goldballett

Bernstein: Candide Bremen | Theater am Goetheplatz

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Es ist nicht eben die beste aller theatralen Welten, die Leonard Bernstein und sein Librettistenteam mit «Candide» auf die Bühne stellen: Das Stück ist undramatisch, episch, besteht aus einer Folge aneinandergereihter Bilder, die durch erklärende Sprechtexte miteinander verknüpft werden. Also eigentlich die ideale Vorlage für eine konzertante Aufführung – so, wie sie Bernstein seinerzeit mit einem fabelhaften Solistenensemble selbst eingespielt hat.

In Bremen versucht Regisseur Marco Štorman diese episch-konzertante Seite des Stückes nicht wegzuretuschieren, lässt die Handlung in den Erzählpassagen immer wieder anhalten, findet aber dann auch – zusammen mit Bühnenbildnerin Jil Bertermann und der Kostümdesignerin Bettina Werner – für die zentralen Spielszenen Bilder von verzaubernder optischer Fülle und Prägnanz.

Das Autodafé wird zu einem Ballett in Gold, angeführt von einem Großinquisitor, der wie eine Heiligenstatue ausstaffiert ist. In der «New World», in die Candide am Ende des ersten Aktes aufbricht, verwandelt er sich zu einem Astronauten, der mit Hilfe des spiegelnden Bühnenhintergrundes real zu schweben scheint. Das Land Eldorado, laut Libretto «even more beautiful than ...

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Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Gerhart Asche

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