Komödie des Triebs

Luzern: Mozart: Le nozze di Figaro: Pousseur: Faust-Satelliten

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Etwas ist faul im Hause Almaviva. Zwar verläuft David Hermanns Inszenierung von «Le nozze di Figaro» am Luzerner Theater weitgehend in den gewohnten Bahnen – doch wer sind die uniformierten Herren, die im Hintergrund auffällig unauffällig das Geschehen beobachten? Warum hat der Graf immer wieder unerwartete Aussetzer? Und warum ist Basilio so hochneurotisch? Antwort geben die letzten Minuten der Aufführung: Die Uniformierten sind das Personal einer Irrenanstalt, Mozarts Figuren die in unterschiedlichem Maß kranken Insassen, die nun für die Nacht eingesperrt werden.

Das ist als Regiekonzept allzu dürftig. Zudem ist die Idee reichlich abgenutzt. Immerhin könnten der Regisseur und sein Dramaturg Christian Kipper auf die Vorlage der Oper verweisen: Die Komödie von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais heißt schließlich «La folle Journée ou le Mariage de Figaro». Allerdings haben Mozart und sein Librettist Lorenzo da Ponte den ersten Teil dieses Titels mit Bedacht nicht übernommen, und die Partitur stützt die Verlegung ins Irrenhaus natürlich in keinem Moment.

Trotzdem ist der Abend sehenswert. Das liegt zum einen an der sehr sorgfältigen, im Rahmen des Konzepts stimmigen ...

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Opernwelt April 2010
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Alfred Ziltener

Vergriffen
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