Wandern mit Wagner
Seit Jahrhunderten ist der Gotthard zentrale Verbindung durch die Alpen in Richtung Süden. Heute gehört der dortige Tunnel zu den Selbstverständlichkeiten von Millionen Urlaubern. Schlagzeilen darüber gibt es nur selten, es sei denn ein Unfall löst, wie 2001 Brände aus. Damals starben elf Menschen. In früheren Zeiten, als an einen Tunnel noch nicht zu denken war, bedeutete die Überquerung des Gotthard ein durchweg gefährliches Unternehmen. Goethe hat es dreimal auf sich genommen. Und noch Mitte des 19.
Jahrunderts waren kleine Schlitten mit zwei Menschen die Regel, weil sie auf Unwägbarkeiten schneller reagieren konnten. Minus 25 Grad waren keine Seltenheit.
Richard Wagner, dem es an Mut nie mangelte, fuhr 1859 über den Gotthard. Er kam aus Venedig, wo er am «Tristan» gearbeitet hatte, besuchte die Borromäischen Inseln im Lago Maggiore, die er liebte (besonders die Isola Bella, die er vielmal in seinem Leben besuchte und seinen beiden Ehefrauen zeigte). Überhaupt war Wagner viel in den Bergen unterwegs. Sie bedeuteten ihm nicht nur physisches Wohlbefinden, sondern inspirierten und stimulierten auch seine künstlerische Fantasie. Viele Szenen des «Ring» wären ohne seine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Eine geläufige moderne Deutung von Puccinis «Turandot» geht so: Turandot, die «eisumgürtete Prinzessin» ist eine tief traumatisierte Frau, ihre Erzählung von der einst geschändeten Ahnin verweist auf eigene Missbrauchserfahrungen, aus ihnen speist sich ihr mörderischer Männerhass. Calaf heilt sie, indem er sich ihr bedingungslos ausliefert. Das ist ein...
So ganz weg war er nie. Selbst als noch kein Mensch den Barock-Boom vorausahnen konnte, der die Klassikszene erfassen sollte, gehörte Giovanni Battista Pergolesi zu den Komponisten, deren Werke auf Bühnen und Konzertpodien gespielt wurden. Das komische Intermezzo «La serva padrona» war in alten Opernführern lange das einzige Stück, das die Zeitspanne zwischen...
Für ihren Amtsantritt als Intendantin der Sächsischen Staatsoper wählte Ulrike Hessler den Hausgott Richard Strauss. Doch weder der in Dresden uraufgeführte «Rosenkavalier» noch eine «Elektra» wurde es, sondern sein vielleicht am wenigsten prominentes Bühnenwerk: «Daphne». Deren Uraufführung am 15. Oktober 1938 geriet nach Zeitzeugenberichten für den Komponisten zu...
