Gemischter Klang, gespaltene Gefühle
«Diversity of opinion about a work of art shows that the work is new, complex and vital», schrieb Oscar Wilde im Vorwort zu «The Picture of Dorian Gray». Anhänger der neuen Live-Einspielung von Wagners «Ring des Nibelungen» unter Christian Thielemann mögen diesen Aphorismus ins Treffen führen. Zumindest divergieren die Reaktionen auffallend. Dass jedoch solch unterschiedliche Meinungen für Neuheit, Komplexität und Vitalität stehen, erscheint bei dieser Aufnahme eher zweifelhaft. Zu groß ist etwa das Gefälle zwischen Dirigent und Sängern.
Auch aufnahmetechnisch kann man einiges bemängeln.
Schon beim Vorspiel zum «Rheingold», ist man hin- und hergerissen. Ein Meer wie aus Bernstein, schemenhaft darin wie träge Fische die Motivgestalten: Seltsam unbestimmt klingt das Orchester der Wiener Staatsoper, wie mit dem Weichzeichner abgebildet – man muss die Anlage voll aufdrehen, um Details einigermaßen wahrzunehmen. Dies gilt beinahe für die gesamte Tetralogie. Es hört sich an, als hätten Dirigent und Tontechnik es darauf angelegt, den zum Spaltklang tendierenden offenen Graben der Staatsoper zu ignorieren und einen Bayreuth-ähnlichen, gedeckelten (Misch-)Klang herzustellen. Nicht ...
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Opernwelt September/Oktober 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 44
von Gerhard Persché
arte
1.9. – 12.30 Uhr (Teil 5)
8.9. – 12.30 Uhr (Teil 6)
Wagner versus Verdi.
Dokumentation. 5. Der Gesang. Film von Thomas Macho.
6. ... und wie ihre Musik wirkt. Mit Christian Thielemann, Rolando Villazón, Gwyneth Jones, Elio Bataglia, Konstantin Wecker, Christian Brandauer u. a.
1.9. – 16.55 Uhr
Ein Stück von meiner Seele.
Dokumentation von Annette Schreier über Sol...
Bis auf den «Fliegenden Holländer» ist der Katalog der großen Werke Wagners bei dem von Ádám Fischer vor acht Jahren initiierten Festival «Wagner in Budapest» jetzt vollständig: Mit den «Meistersingern von Nürnberg» feierte die ungarische Hauptstadt den 200. Geburtstag des Meisters. Dank Schwiegervater Franz Liszt und seiner ungarischen Mitstreiter galt Budapest ja...
Herr Nézet-Séguin, Sie sind wahrscheinlich der erste Dirigent seit «Lenny» Bernstein, den das Publikum beim Vornamen nennt. Wie erklären Sie sich dieses Liebesverhältnis?
Damit, dass mein Nachname für das amerikanische Publikum zu schwer auszusprechen ist. Alle nennen mich Yannick. Ich bin aber nicht der Einzige. Auch «Gustavo» Dudamel in Los Angeles steht für einen...
