Überlegene Künstlichkeit
Warum sollte Cecilia Bartoli nicht erlaubt sein, was Madonna für sich in Anspruch nimmt: die mediale Selbstinszenierung. Zu erinnern ist in diesem Zusammenhang auch daran, dass Sängerinnen wie Maria Malibran oder Adelina Patti sich wie königliche Hoheiten gerierten und zum Mittelpunkt fanatischer Idolatrie wurden. Mit ihrem Vivaldi-Album war der Römerin vor zehn Jahren zum ersten Mal ein prachtvolles Plädoyer für die hierzulande gering geschätzte, wenn nicht gar verachtete Sänger-Musik des Barock gelungen.
Da nichts erfolgreicher ist als der Erfolg, ließ sie eine Anthologie mit Arien aus Opern von Antonio Salieri – von Rudolph Angermüller als technisch komplizierter eingeschätzt als die schwierigsten Vokalwerke Mozarts – folgen, danach eine weitere mit Musik des «italienischen» Christoph Willibald Gluck. Daran schlossen sich «Konzeptalben» unter Titeln wie «Opera proibita» und «Maria» an, Letzteres eine Hommage an Maria Malibran und zugleich eine Reverenz an die Maria des 20. Jahrhunderts.
Waren Maria Callas die Impulse für die Renaissance des klassischen und romantischen Belcanto zu danken, so der Bartoli – wenn auch nicht ausschließlich – solche für die Musik des Barock. Für ein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Nun ist es raus: Am Morgen nach der Premiere von Strauss’ «Frau ohne Schatten» ließ Kirsten Harms per Presseerklärung verkünden, dass sie 2011 definitiv die Deutsche Oper verlassen wird. Der Zeitpunkt der Ankündigung ist nicht schlecht gewählt und verrät mehr Sinn für Effekte, als man Harms nach ihren letzten Inszenierungen zugetraut hätte: Die Besucherzahlen...
Frau Kozená, darf ich Ihnen ein Kompliment machen?
Magdalena Kozená:(verlegenes Lächeln)
Ihre Stimme scheint mir in den letzten Jahren farbiger geworden, kräftiger, voluminöser. Und vor allem fühlen Sie sich, wenn der Eindruck nicht trügt, in der Höhe wohler. Stimmt das?
(lacht) Ich hoffe, es ist so.
Um es anders zu sagen: Ihre Tessitura hat einen größeren Umfang....
Bis zum Rathaus haben es die Bremer Stadtmusikanten bekanntlich nicht geschafft. Statt ihr Glück unter dem Dach der Hanse-Bürgerschaft zu suchen, sind Esel, Hund, Katze und Hahn dann doch lieber im Wald geblieben. Die ruhige Räuberhütte, deren Bewohner sie mit einem konzertierten Bluff vertrieben hatten, verheiße eine bessere Zukunft als das Leben unter Kaufleuten,...
