Realgeschichte und Romantik
Ort und Zeit: Böhmen, kurz nach Ende des Dreißigjährigen Krieges. So steht es jedenfalls in Friedrich Kinds Libretto. Anders auf der Leinwand, da heißt es: Dresden, 1813. Überhaupt ist einiges anders in der Filmoper von Jens Neubert, die sich aus guten Gründen nicht einfach «Freischütz» nennt, sondern marktgerecht «Hunter’s Bride». Das einstige Kreuzchor-Mitglied spielt damit nicht allein auf den Titel an, den das dreiaktige Werk ursprünglich nach dem Willen seines Schöpfers hätte tragen sollen.
Er rückt auch die «Jägerbraut» wieder mehr ins Blickfeld des Betrachters, indem sie das «Vorspiel» zur Tragödie gleichsam am eigenen Leib erlebt: Von einem herabstürzenden Bild schwer getroffen, erwacht sie aus einem bösen Traum – traumatisiert in jeder Hinsicht.
Kein Wunder, die Zeiten sind unruhig. Noch hat Napoleon das Sagen, und es ist denn auch der Franzosenkaiser, der in einer späteren Szene den Vertretern Sachsens die Verträge diktiert. Von Frieden keine Spur. Immer wieder kommt es zwischen den gegnerischen Kompanien zu Kämpfen, und während Daniel Harding aus dem Off die Ouvertura dirigiert (mit vollem Körpereinsatz, wie man dem «Making of»-Material entnehmen kann), entwirft Neubert ...
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ARTE
1.12. – 6.00 Uhr
Daniel Hope spielt
Mendelssohn: Violinkonzert. Schwedisches Radiosinfonieorchester,
Daniel Harding.
2./8./14./20.12. – 6.00 Uhr
David Fray und Valery Sokolov
in Verbier. Beethoven: Sonate für Klavier und Violine op. 30, Nr. 1.
3./9./15./21.12. – 6.00 Uhr
BBC Proms 2010.
BBC Symphony Orchestra, Lionel Bringuier. Werke von Ravel und Roussel.
5.12. – 6.00...
Joan Sutherland war nur knapp drei Jahre jünger als Maria Callas. Trotzdem begann ihr Stern erst zu strahlen, als der ihrer Kollegin und Rivalin im Sinken begriffen war. Am 17. Februar 1959 gelang ihr der Durchbruch ausgerechnet als Lucia di Lammermoor. Binnen weniger Jahre eroberte sie mit Partien, die zur Domäne der Callas gehört hatten, die internationalen...
Im gegen den Zuschauerraum weiß abgeschirmten Bühnenportal tut sich während der Ouvertüre ein kleines Rechteck auf, man sieht altertümliche Modellhäuschen, Giebelchen, Türmchen. Dann kommen Kinder und räumen das Ganze weg, auf Nimmerwiedersehen. Alt-Nürnberg als Kinderkram? Bezieht der Titel dieser Oper sich nicht metaphorisch, aber eindeutig auf das Nürnberg der...
