Editorial

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Auf der Homepage war die Welt bei Redaktionsschluss noch in Ordnung. Alles läuft wie geplant, bedeutete der Netzauftritt des Teatro dell’Opera di Roma. Neun Opernpremieren, vier werden als Neuproduktionen annonciert. Außerdem soll sich der Vorhang für fünf Ballettabende öffnen. Auch Riccardo Muti ist noch als «Ehrendirigent auf Lebenszeit» im Amt. Nur auf den Besetzungslisten für «Aida» und «Figaro», die er eigentlich dirigieren sollte, fehlt sein Name.

In Wirklichkeit geht es in dem einst renommierten Haus seit geraumer Zeit drunter und drüber.

Zwölf Millionen Euro Schulden, Streiks, interne Dauerquerelen, Missmanagement, wechselnde Intendanten – das wurde selbst dem gebürtigen Neapolitaner Muti zu viel: Mitte September schmiss er entnervt hin. Und es ist unwahrscheinlich, dass sich der 73-Jährige noch einmal umstimmen lässt. Mit Mutis Rücktritt hat die römische Oper nicht nur einen Musikchef verloren, der die Qualität des Orchesters hörbar verbessert hatte, sondern auch ihr wichtigstes Zugpferd im Poker um die seit Jahren kontinuierlich beschnittenen öffentlichen Ressourcen. Wenig später gaben Roms Bürgermeister Ignazio ­Marino, zugleich Vorsitzender der Opernstiftung, und der ...

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Opernwelt November 2014
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Wiebke Roloff & Albrecht Thiemann

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