Entspannte Lektionen
Der verspannte Klang infolge forcierten Singens ist eine unerfreuliche Erscheinung, der man im Opern- und Konzertalltag immer wieder und immer häufiger begegnet. Viele Sänger, falsch angeleitet oder sich selbst überschätzend, versuchen stimmlich mehr zu geben, als sie haben, mit dem Resultat, dass sie nur die Mühsal des Singens, nicht aber die Musik zum Ausdruck bringen.
An systematischen Bemühungen verantwortungsvoller Pädagogen, diesem Übelstand abzuhelfen, ist kein Mangel.
Neuartig und beachtenswert erscheint mir die Methode, die der bulgarische Tenor, Pädagoge und Stimmphysiologe Peter Gougaloff, langjähriges Ensemblemitglied der Deutschen Oper Berlin – noch im Rentenalter ein beeindruckender Radames! – entwickelt und an seine Schüler weitergegeben hat. Die Sopranistin Verena Rein, die sich in den letzten Jahren mit ausgefallenen und anspruchsvollen Liedprogrammen einen Namen gemacht hat, baut auf dieser Methode auf und hat jetzt den insgesamt gelungenen Versuch unternommen, sie in Form eines Filmfeatures einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.
Auf einen kurzen Begriff gebracht, geht es dabei um die sogenannte «Zungentechnik». Entgegen der tradierten Lehrmeinung, dass die ...
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Opernwelt März 2011
Rubrik: Medien/DVD, Seite 27
von Ekkehard Pluta
Die Zielrichtung der Oper ist zunächst etwas unklar. Einerseits wird sehr bald deutlich, dass sich um 1600 ein Medium etabliert, das wie kaum ein anderes für die höfische Repräsentation geeignet ist. Andererseits war es gerade dieser repräsentative Aspekt, der ganz essenziell mit Prachtentfaltung verknüpft war und den die frühen Autoren der Oper offensichtlich...
Kulturtransfer, Identität: Sind das nicht genau jene Worthülsen, die im Moment immer dort kursieren, wo über Kultur geredet wird, und hinter denen sich eine zugleich banale und folgenreiche Erfahrung verbirgt: die Erfahrung, dass unsere Kultur- und natürlich auch unsere Musikszene in einer Weise vielfältig geworden ist, die es den Verantwortlichen, aber auch den...
Eine besondere Kuriosität der Operngeschichte wurde vor drei Jahren in Bad Wildbad zur ersten öffentlichen Aufführung gebracht: Giovanni Pacinis Version des «Don Giovanni», die er 1832 für eine Privatvorstellung in Viareggio komponierte. Die Rollen sangen Mitglieder seiner Familie und er selbst; ein Kammerorchester aus Streichern und zwei Flöten sorgte für die...
