Ohne Deutungsfaden

Christian Thielemann und Renée Fleming berauschen in Baden-Baden mit «Ariadne auf Naxos»

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Ein Tripel-Debüt: Renée Flemings erste «Ariadne», dirigiert von einem Werk-Debütanten namens Christian Thielemann, und das mit der Sächsischen Staatskapelle bei ihrer ersten gemeinsamen Opernarbeit. Man reibt sich ungläubig die Augen.

Warum, bitteschön, hat eine der besten Strauss-Sängerinnen der Gegenwart, ausgewiesen als Marschallin, Capriccio-Gräfin und Arabella, nicht längst schon diese Rolle in ihr Repertoire aufgenommen?!

Noch rätselhafter: Wie ist es möglich, dass Christian Thielemann nicht schon in Berlin, Nürnberg oder Düsseldorf Aufführungen dieses Hauptwerks seines Lieblingskomponisten dirigiert hat?! Wenn die Kritiker-Reaktionen in Baden-Baden eher durchwachsen ausfielen, so muss dies auch daran liegen, dass für jedes Debüt in der Oper der richtige Zeitpunkt zählt.

Es liegt zunächst am lieblos Hergesuchten der szenischen Produktion. Dass Versionen der Inszenierung von Philipp Arlaud schon 2009 in Genua, Oviedo und Athen zu sehen waren, erfährt man im Programmheft der Baden-Badener Variante nicht. Die je nach Größe des Hauses anstückelbaren, weißen Wellenlamellen verströmen nichts vom Nimbus des «reichsten Mannes von Wien», sondern ähneln eher den Show-Dekorationen einer ...

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Opernwelt April 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Kai Luehrs-Kaiser

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