Feigenmus und Spiele
Fridericus Rex. Das verklärte Bild des alten Fritz spukt sofort im Kopf herum, wenn von Sultan Qabus ibn Said Al-Said die Rede ist. Der Große, der Weise, der Musenfreund. Ohne seine Majestät läuft nichts im Oman. Wie weiland bei den Preußen. Ein Herrscher, der per Dekret regiert, aus dem Hintergrund, der splendid isolation seiner Residenzen. Wie seinerzeit der Eremit von Sanssouci. Ein gebildeter Monarch ist er, führt sein Volk mit absoluter Macht an der langen Leine.
Wer denkt da nicht an die von Friedrich überlieferte Devise, ein jeder solle nach seiner Façon selig werden? Als stiller, introvertierter Vermittler agiert der Sultan, unermüdlich auf der Suche nach einer tragfähigen Identität zwischen Tradition und Moderne. Er ist aber auch ein Neuerer, der das Land im Südosten der arabischen Halbinsel aus einer rückständigen und bitterarmen Sperrzone in eine prosperierende Industrie- und Handelsnation verwandelt hat. Und ein gewiefter Machtpolitiker: Seit 44 Jahren behauptet er sich mit Geschick und Glück an der Spitze – fast so lange wie ehedem Friedrich II.
Hat in dem kaum mehr als drei Millionen Einwohner zählenden Sultanat also eine Art orientalischer Wahlverwandter des ...
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Opernwelt Dezember 2014
Rubrik: Reportage, Seite 48
von Albrecht Thiemann
Piotr Beczala hatte im vergangenen Jahr ein Operettenalbum vorgelegt, das die Fans des Genres restlos glücklich machte. Die sämige Geschmeidigkeit seines lyrischen Tenors, die leicht slawische Sprachfärbung, die k.u.k-Nostalgie beschwört, der spürbare Spaß am Kitsch. Der Pole kommt den großen Vorbildern aus der Schellack-Ära sehr nahe, vor allem Richard Tauber....
Wie sind Sie Souffleuse geworden? Eine Ausbildung gibt es ja nicht.
Ich habe Theaterwissenschaft studiert und anschließend als Dramaturgin am Musiktheater gearbeitet. Doch dann kamen meine Töchter zur Welt – vor 31 und 27 Jahren –, und als ich wieder einsteigen wollte, gab es keine freie Stelle. Aber in Wuppertal wurde eine Souffleuse gesucht. Hauptsache wieder...
Mist. Es weihnachtet schon wieder. Nicht, dass ich diese Jahreszeit nicht mag. Nur ist für uns Sänger jetzt sozusagen rush hour. Früher hieß Weihnachten für mich vor allem, «Messias» singen. «Messias», «Messias», «Messias», bis zum Abwinken. Ich wette, meine deutschen Kollegen würden dasselbe über das «Weihnachtsoratorium» sagen. Bloß der Satz wäre viel länger.
Als...
