Nur die Besten?
«Gar viel und schön ward hier in dieser Halle von euch, ihr lieben Sänger, schon gesungen.» Den Begrüßungsworten des Landgrafen aus dem zweiten Akt von «Tannhäuser» möchte man hinsichtlich Bayreuths ein Fragezeichen hinzufügen: Viel ja, schön öfter – doch auch am besten? Dass sich auf dem Grünen Hügel die jeweils herausragenden Wagner-Sänger einer Generation versammeln, ist nicht unbedingt die Regel; eher herrscht auch hier seit Längerem die Idee der «Werkstatt Bayreuth», des Ausprobierens.
So war etwa James Morris, zweifellos der beste Wotan der 1980er und frühen 1990er Jahre, dort in dieser Partie nie zu hören. Und René Pape, mit 47 Jahren auch als Wagner-Sänger einer der Ersten in dieser unserer Zeit, nahm zwar 1994-1998 als Fasolt am Kirchner-Levine-«Ring» teil; doch seither wurde er auf der Bühne des Festspielhauses nicht mehr gesehen. Ob Pape sich mit seinem Wagner-Recital hinsichtlich der 2013 bevorstehenden neuen Produktion der Tetralogie ins Spiel zu bringen sucht? Auf jeden Fall singt er, mit energischer, liebevoller Aufmerksamkeit begleitet von der Staatskapelle Berlin unter seinem Mentor Daniel Barenboim, als Erstes Wotans Abschied aus der «Walküre». Dabei führt er den ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 24
von Gerhard Persché
Mit «La página en blanco» markiert das Teatro Real in Madrid eine Premiere in mehrfacher Hinsicht: Pilar Jurado, Jahrgang 1968, hat für die von ihr komponierte Oper nicht nur das Libretto selbst geschrieben (das kam seit Albert Lortzings Pionierleistungen immer wieder vor), die Dirigentin und Musikpublizistin sang auch eine der Hauptrollen selbst. Das ist,...
I
Direkt am Kap der Guten Hoffung ist nicht viel zu sehen. Man steht im Windschatten eines unscheinbaren Felsenfingers. Touristen knipsen sich gegenseitig nach dem bewährten «Take your picture here»-Hinweis. Ein paar Meter entfernt schnüffeln zerzauste Strauße nach Gräsern und fressbaren Steinen, mit denen sie ihre Verdauung anregen. Wesentlich spektakulärer sieht...
Eigentlich dachten wir, die Mode, unerfahrenen Filmleuten Regieaufgaben in der Oper anzuvertrauen, sei vorbei. Zu oft waren Häusern, die auf die Zugkraft prominenter Namen gesetzt hatten, die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit auf die Füße gefallen. Kino und (Musik-)Theater, das sind eben doch zwei verschiedene Paar Schuhe. An der English National Opera indes...
