Im Dienst des Werks
Mancher Melomane hielt ihm als Schwäche vor, was eigentlich seine Stärke ausmachte: den geradlinigen, natürlichen Klang der Stimme. Peter Schreier war kein Sänger des effekthaltig gestalteten, «gemachten» Ausdrucks. Arabeskem begegnete man bei ihm so wenig wie einem auf Wirkung zielenden Kunstwillen. Zeit seiner sechs Jahrzehnte überspannenden Laufbahn blieb er einer vokalen Askese treu, die in jenem sächsischen Protestantismus wurzelte, der den heranwachsenden Kruzianer nach dem Krieg entscheidend prägen sollte.
Rudolf Mauersberger, der damalige Leiter des Dresdner Kreuzchores, hatte das Talent des 1935 in Meißen geborenen Knaben-Alts schnell erkannt, für ihn sogar einige Solo-Partien geschrieben.
Nach dem Studium (Gesang, Klavier, Harmonielehre, Chorleitung) gab Schreier 1959 sein Debüt an der Sächsischen Staatsoper, in deren Ensemble der Grundstein für die internationale Karriere eines Mozart-Interpreten (Tamino, Ferrando, Belmonte, Don Ottavio, Tito, Idomeneo) gelegt wurde, der mit makelloser Intonation, subtilsten Nuancen und skrupulös genauer Textausdeutung zu überzeugen wusste. Dabei war der 1963 an die Berliner Lindenoper, in die Hauptstadt der DDR gewechselte Tenor im ...
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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Magazin, Seite 65
von Albrecht Thiemann
Griechische Nationaloper
Rund 620 Millionen Euro hat sich die Stiftung des Reeders Stavros Niarchos für ein 2016 eröffnetes Kulturzentrum am Stadtrand von Athen kosten lassen. Seitdem residiert dort die Griechische Nationaloper, die nun mit Bergs «Wozzeck» ihre Bemühungen um die klassische Moderne fortsetzt. Wir sind dabei
Zwischen den Feldern
Seine...
Hanns Eisler, bekannt für seine scharfe Zunge (deretwegen ihn sein geistiger Ziehvater Arnold Schönberg gerne «übers Knie gelegt» hätte), machte in seiner Kritik am reaktionären gesellschaftlichen Verhalten in der Musik auch vor den großen Meistern nicht halt.
Im Gespräch mit Hans Bunge bemerkte er, «dass selbst bei (…) Mozart noch das Klirren der Teetassen und...
Frau Kermes, Sie haben Ihre Kollegin Cecilia Bartoli vor Kurzem auf Twitter gedisst, wegen des Covers der «Farinelli»-CD, wo sie ausschaut wie Conchita Wurst …
Naja, Conchita Wurst gibt’s ja nicht mehr, sie ist längst wieder ein Mann mit kurzen Haaren. Außerdem hatte Farinelli nie einen Bart. Mir tut es einfach leid, weil viele Menschen sich darüber lustig machen....
