Schostakowitsch: Lady Macbeth von Mzensk
Was macht eine gelangweilte Hausfrau, wenn ihr lustloser Ehemann Teddypullover trägt? Genau! Sie sucht sich einen Liebhaber. Das klingt nach Boulevard, ist es aber nicht. Es ist trostlos. Und erschreckend normal. So, wie Tilman Knabe am Mannheimer Nationaltheater Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk» inszeniert hat, sieht es wohl in vielen Familien aus, die sich selbst gutbürgerlich bemänteln. Die Sache spielt heute. Es könnte auch gestern gewesen sein oder morgen. Katerina langweilt sich zu Tode, gammelt im Jogginganzug vor sich hin und erliegt Fressattacken.
Ihr Mann kümmert sich ums mickrige Geschäft. Der Schwiegervater belauert alles. Vor Waschküche, Hinterhof, Keller mit bröckelndem Putz bietet nur noch das neonröhrenhelle Schlafzimmer eine einsame Zuflucht. Irgendwann hält es Katerina vor Hässlichkeit und Lieblosigkeit nicht mehr aus. Sergej, dem neuen Angestellten ihres Mannes eilt der Ruf eines Frauenhelden voraus. Es kommt, wie es kommen muss.
Das Libretto, das Schostakowitsch zusammen mit Alexander Preis Anfang der dreißiger Jahre schrieb, strotzt nur so vor Obszönitäten auf offener Bühne. Der Regisseur kneift nicht – und natürlich knallen da ein paar erregte ...
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