Ein Hauch Westafrika
Diese Geschichte ist ein echtes Stück Charleston. Der Schiftsteller DuBose Heyward wurde in der Stadt geboren, er verbrachte sein Leben hier, und die Charaktere und Plätze seiner «Porgy»-Erzählung empfand er denen nach, die er auf der Straße, in Lokalen oder in den Kirchen sah. Der gebürtige New Yorker George Gershwin war mit Charleston immerhin besuchsweise vertraut, hier lernte er die Musik der afroamerikanischen Gullah kennen. Es war also durchaus eine sinnvolle Idee, die 40. Saison des Spoleto Festivals mit «Porgy and Bess» zu eröffnen.
Im gegenwärtigen, nach mehreren Fällen von Polizeigewalt gegen Schwarze aufgeheizten Klima steht das Thema «Rassismus» wieder ganz oben auf der Tagesordnung. Und so stellte sich auch für die Festival-Macher die Frage: Wie umgehen mit einer folk opera, die in einer black community spielt, aber von ausschließlich weißen Künstlern stammt (einschließlich Gershwins Bruder Ira, der einige Song-Texte beisteuerte)? Für die Neuproduktion lud man den in Charleston lebenden Gullah-Künstler Jonathan Green ein, das visuelle Konzept zu erarbeiten. Green zeigt die Catfish Row nicht als einen durch die Sklaverei niedergedrückten Slum, sondern als ein nach North ...
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Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Heidi Waleson
Jubilare
Jan Krenz zählt zu den bedeutends-ten polnischen Dirigenten vor allem im Bereich der zeitgenössischen Musik, begann seine musikalische Laufbahn jedoch als Komponist. Sein «Streichquartett Nr. 1» wurde bereits 1943 im besetzten Warschau im Untergrund aufgeführt. Krenz komponierte während seiner gesamten Dirigentenkarriere Werke verschiedener Genres, darunter...
Ein Nein, ein Ja – welch ein Wechselbad für die Aficionados. Die Norma, ursprünglich im Herbst an Londons Royal Opera House geplant, liege inzwischen außerhalb ihrer Möglichkeiten, gab Anna Netrebko unlängst bekannt. Um gleichzeitig in sechswöchiger Vorbereitungszeit den für sie (fast) unbekannten Wagner-Kontinent zu erkunden. Im weißen Kleid der Jungfrau von...
Alejo Pérez suchte die Musik im Paradies. Hoch oben, wo die Fresko-Decke des Teatro Colón fast mit Händen zu greifen ist. Im «Paraíso», wie hier der höchste Rang heißt, stand Alejo als kleiner Junge an jedem nur möglichen Wochenende und blickte auf die Bühne. «Egal ob Oper oder Konzert – ich wollte dabeisein», erinnert sich Pérez, der jetzt zu den aufstrebenden...
