Kalauer - arios eingefasst
H(einz) K(arl) Gruber, der arrivierteste Unterhaltungskünstler unter Österreichs Komponisten, mit einer Oper nach einem Text von H. C. Artmann, dem Sprachvirtuosen par excellence – eigentlich eine exquisite Konstellation! Grubers Komponieren entzieht sich der Einordnung. Anleihen beim Jazz, Chansons oder avantgardistische Geräuscheskapaden, mal in simpler Melodik, mal von lateinamerikanischen Rhythmen umspielt – Gruber mischt die Ausdruckswelten virtuos, unverwechselbar und unorthodox.
Nun steigt der Komponist, Dirigent, Chansonnier, Schauspieler und Kontrabassist mit einem großen, gut zweistündigen Stück Musiktheater quasi auf einer anderen Ebene ein. Das Herbert von Karajan Centrum in Wien hatte dem heute Zweiundsechzigjährigen den Auftrag erteilt. Nachdem Gruber 1971 mit «Frankenstein» (nach Kinderreimen von Artmann) seinen bisher nachhaltigsten Treffer gelandet hatte, durfte man auf das Märchen vom armen Bauer Geppone gespannt sein: von jenem Geppone, der den Nordwind anklagt, weil dessen Stürme seine Ernte verwüsten, der zweimal von diesem und dessen Frau Holla ein Wunderkästchen geschenkt bekommt (Verwendungsart: Tischlein deck dich!), der zweimal vom gefräßigen Prior ...
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«Idomeneo» ist gewiss Mozarts musikalisch reichste, dramatisch radikalste Partitur, die gleichermaßen die Tragédie lyrique Rameaus wie Glucks Opernreform beerbt und die höfische Seria im Geist des Wiener Sonatenstils überformt. Bereits in der festlichen Ouvertüre mit ihren abrupten Einbrüchen wetterleuchtet jene nervöse Erregtheit, die Ausdruck und Tempo des Stücks...
Die einen halten es mit der alten Furtwängler-Aufnahme, die anderen schwören auf Harnoncourt, wieder andere erinnern sich an Karajan – die Geschichte des Mediums DVD ist noch vergleichsweise jung, doch an Dokumenten von Mozarts «Don Giovanni» mangelt es nicht. Jetzt gesellen sich zwei weitere Alternativen dazu.
Riccardo Muti leitete bei den Wiener Festwochen 1999...
Frau Barcellona, haben Sie Oper in Ihren Genen?
Nicht unbedingt. Zwar sagt man uns Italienern das im Allgemeinen nach, doch ich fühlte mich nicht zur Sängerin geboren, wollte zunächst etwas anderes machen, etwas, das mit Sprachen zu tun hat. Freilich hat man in meiner Familie die klassische Musik immer schon geliebt. Meine Eltern hörten sich Opernübertragungen im...
