Die Hochzeit – ein Traum
Einen Zyklus mit Meisterwerken des 20. Jahrhunderts zu starten, ist keine neue Idee. Aber darum wird ja nicht schlechter, was das Badische Staatstheater unter seinem neuen Intendanten Peter Spuhler in Szene setzt. Noch verdienstvoller indes: Den Anfang markiert in Karlsruhe «Romeo und Julia auf dem Dorfe» von Frederick Delius.
Die Väter bekriegen sich. Die Kinder gehen daran zuschanden. Shakespeare? Jein. Da sehr frei nach ihm. Das junge Paar, das sich reinen Herzens zugetan ist, heißt eben nicht Romeo und Julia, sondern Sali und Vrenchen. Die Väter sind auch keine Veroneser Edelleute.
Sie sind Schweizer Bauern, die sich um ein Stück Brachland zerfetzen. Und die Kinder rudern in den gewollten Tod – in dem Kahn, der ihr Brautbett ist. Auf dieser Welt war für sie kein Platz. Wer älter ist und sich an seine Schullektüre erinnert, schaltet sofort: Gottfried Keller, die Sammlung «Die Leute von Seldwyla» und daraus die Novelle, deren Titel auch die Oper trägt.
Die Musik scheint irgendwo zu beginnen und irgendwo zu versiegen: Streicherlangsamkeit, aus der sich die Holzbläser herauslösen. Spätromantischer Klang, eine Prise Impressionismus, ausgesuchte Koloristik, chromatisch gewürzt, sanft ...
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Opernwelt März 2012
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Heinz W. Koch
Iossif Wissarionowitsch Dschugaschwili, besser bekannt und gefürchtet als Stalin, der «Stählerne», hatte ein zu kurzes Bein. Ein «teuflischer» Defekt, den er gut zu verbergen wusste. Auch wir wussten nichts davon, ehe Stephen Lawless uns im Programmheft darüber aufklärte. Denn der Regisseur des Doppelabends mit Tschaikowskys «Iolanta» und Rachmaninows «Francesca da...
Die Stimme finden
Als Sie an der Musikhochschule in Sofia Schülerin der berühmten Ressa Koleva wurden, gab es in der Professorenschaft Diskussionen, ob Sie als Sopran, Mezzosopran oder gar als Alt ausgebildet werden sollten.
Das lag vor allem daran, dass meine Stimme nicht den damals in Bulgarien üblichen Vorstellungen von einem Mezzosopran entsprach. Sie war heller,...
Eine eher lakonische Mitteilung fand sich im Januar auf der Homepage des Theaters an der Wien: «Aufgrund von nicht überbrückbaren Auffassungsunterschieden über die künstlerische Gestaltung und Umsetzung des Programms ab 2015 haben die Bregenzer Festspiele und Intendant Roland Geyer die Zusammenarbeit einvernehmlich gelöst.»
Dem Vernehmen nach hatte Geyer vor,...
