Von Neuem träumen
Wie kann sich ein Intendant in Putins Russland profilieren? Wie muss er sich verhalten? Valery Gergiev mit seinem unstillbaren Hunger nach Ausweitung seines Machtbereichs ist ein gutes Beispiel. Sich das Bolschoi-Theater zu angeln, ist dem Mariinsky-Chef nicht gelungen, stattdessen hat er jetzt ein Auge auf das Sankt Petersburger Konservatorium geworfen. Ein anderes ist der Generaldirektor des Mikhailovsky-Theaters, Vladimir Kechman, der berüchtigte «Bananenkönig», der vor einigen Jahren das baufällige Gebäude mit eigenem Geld restaurieren ließ und dem Haus rasch zu Erfolg verhalf.
In der vergangenen Spielzeit liefen vor allem «Eugen Onegin» und «Billy Budd» gut. Die dritte Produktion, «Der fliegende Holländer», sollte ursprünglich Vera Nemirova inszenieren. Ihr Name verschwand, aus welchen Gründen auch immer, aus der Besetzungsliste; Vassily Barkhatov übernahm. Mit sicherem Riecher machte Kechman den dreißigjährigen Regisseur gleich nach der Premiere zum Künstlerischen Direktor. Barkhatov hat nicht nur am Mariinsky- und Bolschoi-Theater inszeniert, er ist in Russland vor allem als Fernsehmoderator bekannt. Außerdem ist Barkhatov Mitglied der Gesellschaftskammer, einer ...
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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Alexej Parin
Die 1766 errichtete St. Paul’s Chapel – Manhattans ältestes durchgängig genutztes Gebäude – überlebte die von den Briten gelegten Brände der Revolutionszeit um 1776 ebenso wie die Anschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center, dessen Türme nur wenige Straßenecken entfernt in sich zusammenfielen. Ein Wahrzeichen der Wiedergeburt, eignet sich St. Paul’s...
Nicht «drei Tenöre», sondern «fünf Countertenöre»! Beflügelt vom Erfolg der in dieser Hinsicht reich gesegneten Aufnahme von Leonardo Vincis «Artaserse» herrscht auf dem Plattenmarkt derzeit eine wahre Falsettisten-Schwemme. Was ja kein Grund zur Klage ist. Nachdem sich Philippe Jaroussky, Franco Fagioli und David Hansen mit Arien von Nicola Porpora, Leonardo Leo,...
Singen sei, so verfügte einst der hier stellvertretend zitierte William James Henderson («The Art of Singing»), die «Interpretation eines Textes mit Tönen, die von der menschlichen Stimme produziert werden». Henderson fügte hinzu: mit «schönen» Tönen – womit immer auch die dramatisch richtigen gemeint sind. Singen wird hier, als verstünde sich dies von selbst, mit...
