Musik der Zukunft

Mit der Uraufführung von Joseph Martin Kraus’ «Aeneas in Karthago» endet die Ära von Klaus Zehelein in Stuttgart

Opernwelt - Logo

Es sollte der große Schlusspunkt der Intendanz Klaus Zeheleins werden. Aber wie im Falle der dem Streik im öffentlichen Dienst zum Opfer gefallenen szenischen Uraufführung von Gérard Pessons «Pastorale» (siehe OW 7/2006) lief auch die Premiere von Joseph Martin Kraus’ nachgelassener Oper «Aeneas in Karthago» szenisch auf Grund.

Peter Kon­witschny ließ die Arbeit in einem frühen Stadium krankheitsbedingt im Stich, und den vereinten Kräften von Hausherr Zehelein, Regieassis­tentin Michaela Di­cu und Nachwuchs­regisseur Michael von zur Mühlen fiel die undankbare und unlösbare Aufgabe zu, die Inszenierung zu Ende zu führen.
Kraus und sein Stück scheinen wahrhaft vom Unglück verfolgt zu sein. Der Komponist, 1756 in Miltenberg im Odenwald geboren, aufgewachsen in der musikgesättigten Atmosphäre Mannheims unter der Regierung des pfälzischen Kurfürsten Karl Theodor und seit 1778 in Schweden ansässig, wo er 1792 an der Schwindsucht starb, gehört zu den von der Musikgeschichte überfahrenen Figuren. Als anfangs der 1990er Jahre erstmals CD-Aufnahmen seiner Sinfonien sowie der Trauerkantate für den ermordeten schwedischen König Gustav III. erschienen, horchte man auf: Einen solchen Ton, der die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2006
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Uwe Schweikert

Vergriffen
Weitere Beiträge
Oper als Integrationsfaktor

Seit 1997 bietet das «Festival Amazonas de Ópera» jährlich ein mit Bedacht gemischtes Programm, darunter nicht nur das gängige Repertoire, sondern etwa im Vorjahr den in grandios konzentrierter Anstrengung gestemmten «Ring»-Zyk­lus, die erste bra­silianische Gesamtaufführung (siehe OW 7/2005). Natürlich finden sich auch Werke einheimischer Komponisten, von Carlos...

Händel: Admeto

Gegen die Unbefangenheit, mit der die Barockoper antike Dramenstoffe für ihre Zwecke verwurstete, sind die Bearbeitungen des modernen Regietheaters geradezu harmlos: Weder Georg Friedrich Händel noch die italienischen Librettis­ten, die im 17. Jahrhundert das Textbuch des «Admeto» geschrieben hatten, fanden offenbar irgendetwas dabei, das Euripides-Drama um die...

Editorial

Zum achten Mal präsentieren wir Ihnen, verehrte Leserinnen und Leser, eine exklusive «Opernwelt»-CD. Auch in diesem Jahr sind wir bei der Auswahl unseren Grundsätzen treu geblieben: keine Kompilation, die für ein bestimmtes Haus, ein Festival oder einen aktuell von der Tonträgerindustrie protegierten Künstler wirbt, sondern unveröffentlichte Aufnahmen von...