Cupidos Vermächtnis
Am Anfang ist das dunkle, kalte Nichts. Der leere Raum vor schwarzglänzenden Brandschutzmauern. Nach funkelnder Operette sieht es kaum aus. Und das wird sich zunächst auch nicht ändern. Denn von der Seite schiebt sich ein Thespiskarren mit der Aufschrift «Varieté Vanitas» herein, gezogen von einem puttogleichen Wesen (Rüdiger Frank). Cupido ist’s, aber er ist nicht alleine. Auf dem Kutschbock sitzt, mit blutunterlaufenen Augen und schwarzer Kutte, Gevatter Tod (Wolfgang Häntsch). Wohlan, denkt man im Stillen, das kann ja heiter werden.
Wird es auch.
Nur eben ganz anders, als es der geneigte Operettenliebhaber erwarten würde. Stefan Herheims Augenmerk gilt generell den kulturellen, gesellschaftlich-politischen Kontexten, der Rezeptionsgeschichte eines Stücks. So auch in Jacques Offenbachs «Barbe-bleue», komponiert 1866, ein Jahr vor der Mexiko-Krise und Pariser Weltausstellung, im Schatten der Schlacht bei Königgrätz, die mit einer vernichtenden Niederlage für das Haus Habsburg endete. Es ist hilfreich, dies zu wissen. Wie ebenso, dass bereits der Spottvogel Offenbach seine Zeit mit süffisantem Blick karikierte, konkret: die Bigotterie jener «Bastardmonarchie», als die Alexis de ...
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Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Jürgen Otten
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
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Tel. 0241/478 42 44
theaterkasse@mail.aachen.de
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– Dialogues des Carmélites: 5., 17., 20., 26.
– Don Giovanni: 13., 16.
– La traviata: 18., 21., 31.
Annaberg-Buchholz
Winterstein-Thea...
Mondsüchtiger Taumel, laszive Erotik, rasende Obsessionen – schon die betörend schillernde Klarinettenfigur, mit der Strauss die Prinzessin aus Judäa einführt, lässt keinen Zweifel, dass sich etwas zusammenbraut. Im sehrenden Anfang schwingt das tödliche Ende bereits mit. All die Exzesse, Fantasien und Gefühlsexplosionen, die der 1905 in Dresden uraufgeführten...
Die letzten Wochen habe ich in Glasgow verbracht, als Monsieur Triquet in «Eugen Onegin» an der Scottish Opera. Mein erster Tag ließ sich zunächst gut an. Ich fand den Dirigenten mit ein paar Korrepetitoren vor. Der Bass, der Gremin singt, war gerade fertig und am Aufbrechen; weil wir alte Freunde sind, gab es die obligatorischen Albernheiten und viel Gelächter.
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