Reitwalhalle

Wagner: Die Walküre Linz / Landestheater

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In «Tante Jolesch oder Der Untergang des Abendlandes» erzählt Friedrich Torberg unter anderem von einem Gast namens Soyka, der einst das Wiener Café Herrenhof in komplettem Reitkostüm mit Schaftstiefeln, Sporen und Gerte betrat. Worauf der Schriftsteller und Aphoristiker Alfred Polgar süffisant bemerkte: «Ich hab’ ja auch kein Pferd, aber so kein Pferd wie der Soyka hab’ ich nicht.» In Uwe Eric Laufenbergs Linzer Inszenierung von «Die Walküre» hat man zwar ein Pferd.

Aber das Tier, das zu Beginn des dritten Akts mit seiner hübschen Reiterin Runden in einer herabgekommenen Reithalle dreht (Bühne: Gisbert Jäkel), erinnert irgendwie an Torbergs Anekdote. Denn in seiner einsamen Anwesenheit betont es die Abwesenheit der anderen – so keinen Walkürenritt wie diesen gibt es kaum. Obwohl ein bemühtes Wunschmädchen-Geschwader in Flieger-Outfits der 1920er-/30er-Jahre (Kostüme: Antje Sternberg) Helden ganz und in Einzelteilen – Arme, Beine – sammelt und zu einer Art Skulptur von Körpern zusammenfügt. Falls dies ironisch das faschistische Potenzial, das dieser Szene innewohnt, herauskitzeln soll, greift es wohl zu kurz. Wirklich überzeugend sah man diese Szene freilich auch in anderen ...

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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Gerhard Persché

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