Opernlaboratorium
Folgt man Vergil, dann stirbt Dido am Ende einsam und verlassen. Doch Francesco Cavalli und sein Librettist Francesco Busenello schenken der karthagischen Königin nicht nur ihr Leben, sondern auch noch einen Gatten. Der schwer verletzte, überraschend von Merkur gerettete König Jarbas überzeugt Dido während ihres (scheiternden) Selbstmordversuchs von einem künftigen Leben zu zweit.
Bevor man das frohe Finale eines sehr langen Opernabends im Paris erlebt, gibt es allerdings einige Merkwürdigkeiten. Das fängt beim Aufführungsort an.
An der Prachtstraße selbigen Namens sucht man das Théâtre des Champs-Elysées nämlich vergebens. Von den Champs-Elysées geht es ein gutes Stück die Avenue Montaigne hinein; nach dem Passieren unzähliger Boutiquen taucht dann plötzlich das Theater auf. Rote Teppiche führen ins Foyer, wo frischer Schinken gehobelt wird. Es fließen Champagner und Wein – ein schöner Kontrast zu labbrigen deutschen Theaterwürsteln oder schalem Opernpils. Die Garderobe ist gratis, dafür sammeln die Platzanweiser Geld mit dem Klingelbeutel ein...
Zum elegant skurrilen Ambiente des Theaters passte Clément Hervieu-Légers Inszenierung. Der Regisseur arbeitet seit Längerem als ...
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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Jörn Florian Fuchs
Den Ruhm, der ihm als Erzähler schon zu Lebzeiten zuteil wurde, hätte Ernst Theodor Amadeus Hoffmann lieber als Komponist geerntet. Aber dieses Glück blieb ihm versagt. Heute wissen auch fortgeschrittene Musikliebhaber oft nicht, dass er Opern geschrieben hat. Seine 1816 in Berlin uraufgeführte «Undine» wurde in unserer Zeit vereinzelt gegeben, meist in...
Schwer zu sagen, was hinter den Türen geschieht. Das alte Adelsgeschlecht, so lässt es uns Edgar Allan Poe in seiner Erzählung wissen, hat sich seit Langem abgeschottet von der Außenwelt. Erst als der Regisseur das Licht dimmt und eine Stimme aus einem Brief Rodericks zitiert, fühlt sich auch das Publikum eingeladen, dem «Untergang des Hauses Usher» beizuwohnen....
Gleich zu Beginn glitzern Silber-Pennies bei den quicken Streichern: Das reiche Erbe des alten Admirals Morosus liegt in Chemnitz tatsächlich «im Keller», nämlich im Orchestergraben. Was Generalmusikdirektor Frank Beermann der Robert-Schumann-Philharmonie während der vorletzten Premiere der Spielzeit an verschmitztem Spielwitz entlockte, brachte das Publikum zum...
