Theater der Bilder

Werkschau: Bonner Bundeskunsthalle würdigt die Fotografin Mara Eggert

Opernwelt - Logo

«Jede Fotografie», schrieb Susan Sontag in ihrer kleinen Philosophie der
Kamerakunst, «ist eine Art Memento mori. Fotografieren bedeutet teilnehmen an der Sterblichkeit, Verletzlichkeit und Wandelbarkeit anderer Menschen (oder Dinge). Eben dadurch, dass sie diesen einen Moment herausgreifen und erstarren lassen, bezeugen alle Fotografien das unerbittliche Verfließen der Zeit.» Das gilt zumal für das Spiel auf der Bühne. Das Flüchtige, das Ungreifbare, das Transitorische liegt hier in der Natur der Sache.

Das Stück, die Aktion, die Personen «existieren» nur so lange, wie die Vorstellung läuft. Wenn der letzte Vorhang fällt, gerinnen sie zu Erinnerung, zu Geschichte. Vielleicht können – im besten Fall – nur Bilder (oder Videos) post festum vermitteln, worin die Aura einer Aufführung bestand, was sie im Innersten antrieb und zusammenhielt. Nämlich dann, wenn der gerahmte Augenblick, wenn der im Bruchteil einer Sekunde festgehaltene Ausschnitt den Geist des Ganzen, das Wesen einer Figur, den Zauber eines Raums oder einer Szene trifft.
In diesem Sinne gehört die Theaterfotografin Mara Eggert zu den Großen ihrer Zunft. Der 1938 in Rostock geborenen, in Ahrenshoop an der Ostsee ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2009
Rubrik: Magazin, Seite 94
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Immer bereit für einen Seitenblick

Ohne ihre kleinen Sommerfestspielorte wäre die überschaubare britische Opernlandschaft um einiges ärmer. Das Festival in Garsington oder die Grange Park Opera warten immer wieder mit selten gespielten Stücken auf (siehe OW 8/2009). Auch das seit 1979 veranstaltete Festival in Buxton gehört in diese Kategorie. Zur Zeit Queen Victorias war das Städtchen südlich von...

Editorial

In seiner Schrift «Werk und Wiedergabe» von 1929 schimpfte Hans Pfitzner gegen gewissenlose «Spielleiter», die den Geist der «Meisterwerke» verfälschen würden. Es gebe eine klare Hierarchie zwischen schaffenden und nachschaffenden Künstlern; ein «schöpferischer Interpret» sei ein Widerspruch in sich selbst. Das Schlagwort hieß damals «Klassikertod». Einige Jahre...

Kulissenzauber

Fast alle europäischen Hafenstädte haben ihre seit den siebziger Jahren aufgegebenen und zunehmend verfallenden Areale in Wassernähe als Raum für die Stadterneuerung entdeckt: Die Docklands in Londons Osten beispielsweise sind zum wichtigsten Finanzzentrum Englands aufgestiegen, die Hamburger HafenCity erwies sich als das bedeutendste urbanistische Reformprojekt...