Anfang und Ende der Romantik

Drei Opernaufnahmen spannen einen Bogen von Beethovens Ur-«Fidelio» über E. T. A. Hoffmanns «Liebe und Eifersucht» bis zu d’Alberts «Der Golem»

Opernwelt - Logo

Beethovens Erstfassung des «Fidelio» wurde auf CD bislang stets als «Leonore» veröffentlicht. Groß ist die Auswahl nicht. Die früheste Einspielung entstand 1950 unter Hans Altmann, ein Jahr später folgte die erste Vergleichsaufnahme unter Ferdinand Leitner. Die bekannteste Einspielung, unter John Eliot Gardiner, von 1996, folgt einer Mischfassung der Versionen von 1805 und 1806, die bei ihren Uraufführungen am Theater an der Wien durchfielen.

Jetzt liegt eine Neuproduktion des echten Erst-«Fidelio» vor, die 2005 zum 100.

Geburtstag dieser Erstfassung am Theater an der Wien zu erleben war (vgl. OW 11/2005). Für die CD-Version hat man die Dialoge eingedampft, stattdessen auf einen Sprecher zurückgegriffen, der «Roccos Erzählung» von Walter Jens vorträgt. Der Text bezieht sich jedoch auf die Version von 1814; deshalb versuchten die Verantwortlichen, den Autor für eine Adaption zugunsten der Erstfassung zu gewinnen. Doch Jens’ Krankheit machte das unmöglich, so dass nun eine von seiner Frau Inge Jens autorisierte Bearbeitung zu hören ist.

Martin Schwab rückt vor diesem Hintergrund in den Mittelpunkt – weil er seine Sache vorzüglich macht. Er liefert feinfühlige Einsichten in Roccos ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 19
von Christoph Vratz

Weitere Beiträge
Zwischen Spaßbad und Grusel-Show

Der Leipziger Gluck-Zyklus geht weiter. Nach «Alkestis» (siehe OW 6/2010) hat Peter Konwitschny als zweites Stück seiner Auseinandersetzung mit dem Opernreformator die 1774 für Paris entstandene «Iphigenie in Aulis» inszeniert. Wieder geht es ihm – gut ideologiekritisch – darum, das Frauenopfer als Metapher und Basis der modernen Zivilisation freizulegen. Die...

Pompöse Bilder

Deutsche Saison in Paris: Mozarts «Zauberflöte» an den Bouffes du Nord (siehe Seite 14), an der Opéra Bastille wächst ein «Ring des Nibelungen» heran, der zweite Anlauf der Opéra National, nachdem ein ehrgeiziges Projekt mit den Regisseuren Peter Stein und Klaus Michael Grüber, damals noch im Palais Garnier, nach der «Walküre» abgebrochen wurde, weil angeblich der...

Im Focus der Ausgabe Januar 2011

Seit achtzig Jahren war Hector Berlioz’ Mammut- und Meisterwerk «Les Troyens» nicht mehr in Berlin zu erleben. Die Deutsche Oper wagt sich jetzt daran. Am Pult steht, fünf Stunden lang, Donald Runnicles, der neue Musikchef des Hauses. Das andere Mammut- und Meisterwerk des 19. Jahrhunderts, «Der Ring des Nibelungen», wird derzeit an der Oper Frankfurt produziert:...