Reiz der Nische
In den achtziger Jahren begann das italienische Label Nuova Era den auf dem Opernsektor etwas festgefahrenen Schallplattenmarkt durch Ausgrabungen oft entlegener Werke vor allem aus der Ära des Belcanto aufzumischen. Der Reiz der Neuheit musste bei diesen Publikationen oft beträchtliche klangtechnische und auch künstlerische Defizite aufwiegen. Sobald der Sammlerehrgeiz befriedigt war, verschwanden die Aufnahmen wieder aus dem Angebot. Zwanzig Jahre später erleben einige Titel bei einem neuen deutschen Vertrieb eine preisgünstige und handliche Neuauflage.
Im Booklet sind die Libretti zwar nur auf Italienisch abgedruckt, die seriösen Werkeinführungen aber auch auf Deutsch.
Mit «La pietra del paragone» (Der Prüfstein, 1812) stieß der 20-jährige Rossini die Tür zur Trias seiner komischen Meisterwerke («Italiana», «Barbiere», «Cenerentola») auf. Im Libretto Luigi Romanellis verbindet sich der Verkleidungsmummenschanz der neapolitanischen Opera buffa mit der psychologisierenden Charakterkomik der Goldoni-Komödien, die Partitur nimmt von der Gewittermusik bis zu den virtuosen Verwirrungsensembles die späteren Opern vorweg. Die Live-Aufnahme aus Modena ist allerdings nicht immer auf ...
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Der Mond über dem Palast des Herodes bleibt unsichtbar. Für den Pagen, der ihn mit «einer Frau» vergleicht, «die aufsteigt aus dem Grab»; für die Prinzessin, die ihn als «silberne Blume» besingt, «schön und keusch»; auch für den Tetrarchen, der in ihm «ein wahnwitziges Weib» erkennt, «das überall nach Buhlen sucht». Nicolas Brieger braucht für seine schlüssige...
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
ich kann mir gut vorstellen, dass viele von Ihnen heute mit Skepsis ins Radialsystem gekommen sind. Sagen wir es mit einem Titel von Botho Strauß: Bekannte Gesichter – gemischte Gefühle. Was sollen sie denn bringen, solche Diskussionsrunden? Ist es nicht immer dasselbe: Letztlich reden die Beteiligten erst höflich, dann...
Haydn auf der Opernbühne – auch im Jubiläumsjahr ist das die Ausnahme. Die Zürcher Oper kann sich rühmen, sein heiteres Pastoraldrama «La fedeltà premiata» aus der Eszterházy-Zeit immerhin schon einmal, 1975, zehn Jahre nach der ersten Edition, auf die Bretter gebracht zu haben: damals in Szene gesetzt vom großen Jean-Pierre Ponnelle, als Schäferspiel im Ambiente...
