Klang-Licht-Raum
Eine chinesische Reisbäuerin träumt davon, eines Tages den Kaiser, der das Reich mit brutaler Gewalt beherrscht, öffentlich zu beschämen, indem sie ihn mit Asche überschüttet. Sie setzt, ungeachtet der Proteste ihres Mannes, diesen Traum in die Tat um. Das einzig brennbare Material, das sich in ihrem elenden Haushalt finden lässt, ist ein Buch. Sie besteigt einen Baum, den der von einem Massaker an der Bevölkerung heimkehrende Kaiser passieren muss.
Doch der Anschlag misslingt, weil sich die Asche durch ein Wunder in Kirschblüten verwandelt, woraufhin der Kaiser sie nicht etwa bestraft, sondern mit einem weißen Seidenkleid beschenkt, das die Bäuerin wiederum als Zeichen der Trauer um die Gefallenen und Ermordeten tragen wird (Weiß ist in China die Farbe der Trauer): Das ist in etwa der Kern des Stücks, und er ist vieldeutig genug: Jun erhält unverhofften Lohn dafür, dass sie sich und ihrer Sache treu bleibt, doch um den Preis, dass die Verhältnisse, gegen die vorzugehen sie beabsichtigt, ganz im Gegenteil noch bestätigt werden. Und doch: Ihr Zeichen des Widerspruchs wird bleiben.
Einen solchen sanft-beharrlichen Widerspruch – gegen Gewalt und Unrecht, aber auch gegen ihre ...
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