Postsozialistisches Roulette
Erst vor ein paar Monaten war Tschaikowskys «Pique Dame» als Gastspiel des Petersburger Mariinsky-Theaters in der Deutschen Oper zu sehen; auch die Produktion der Staatsoper unter Daniel Barenboim mit Plácido Domingo liegt noch nicht lange zurück. Die Komische Oper musste also triftige Gründe haben, dieses Stück in einer neuen deutschen Textfassung von Bettina Bartz und Werner Hintze auf den Spielplan zu setzen.
Eine Spieleroper in Zeiten der Finanzkrise? Das wäre ein Ansatz. Aber so weit geht Thilo Reinhardt mit der Aktualisierung nicht.
Er verlegt die Handlung eher behutsam aus dem Petersburg des 19. Jahrhunderts in ein örtlich nicht präzise bestimmtes Russland nach dem Sozialismus. Anstelle des Adels der Zarenzeit bildet eine Neureichen-Clique die Elite. Für den Habenichts Hermann ist das einerlei, und der Spieltisch bedeutet noch immer eine Chance zum gesellschaftlichen Aufstieg. Der Transport ins Heute gelingt überraschend konsequent und schlüssig, wenn auch um den Preis gesellschaftskritischer Schärfe. Denn die Hotel-Lobby, die Paul Zoller als Einheitsraum geschaffen hat und in der die sieben Bilder gleitend ineinander übergehen, könnte in jeder beliebigen Stadt zu finden sein ...
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Abstieg – das wäre denn doch eine zu krasse Aburteilung. Gleichwohl, das erzählfreudige Fantasy-Niveau des «Rheingold», die wenigstens zum Teil bezwingende Emotionalität der «Walküre» hält «Der Ring des Nibelungen» an der elsässischen Opéra national du Rhin im «Siegfried» nicht. Zu sehr verfängt Regisseur David McVicar sich in seiner – nach wie vor betont...
Neues Musiktheater ist selten lustig. Im Raumklang findet Lachen keinen Platz. Deswegen gebührt der japanischen Komponistin Misato Mochizuki allein schon dafür Dank, dass sie ihrer ersten Beschäftigung mit dem Musiktheater ein heiter-witziges, zugleich mit etwas tieferer Bedeutung ausgestattetes Libretto zugrunde legt. Der Titel ihrer Kammeroper klingt...
Küss’ die Hoand, Frau Kammersängerin…
Ist mir eine Ehre. Obwohl es mich etwas überrascht hat, dass mir diese Ehre ausgerechnet jetzt vom österreichischen Staat verliehen worden ist. Schließlich habe ich in den letzten Jahren nicht mehr so viel in Wien gesungen. Ich bin dort auch nie Ensemblemitglied gewesen.
Dennoch ist Ihr Name mit vielen Aufsehen erregenden...
