Mission: Possible
Amerikanische Oper? Ein Schmerzenskind. Die wichtigsten Beispiele, George Gershwins «Porgy and Bess», Scott Joplins «Treemonisha» und Leonard Bernsteins «Candide» tendieren zum Jazz, zum Ragtime oder zum Musical; Samuel Barbers «Vanessa» war ein Misserfolg. Erst im Rahmen der Minimal Music, bei John Adams, Steve Reich und Philip Glass, kommt die Gattung idiomatisch zu Kräften. Anders gesagt: Eine CD-Reihe der amerikanischen Oper zu widmen, wie das Label Pentatone es tut, scheint so verwegen wie lobenswert.
Dabei zeigt sich, dass neuere Werke eher den Anschluss an Europa als an die eben genannten Vorgänger suchen. John Corigliano ist einer der prominentesten US-amerikanischen Komponisten. Seine bislang einzige Oper «The Ghosts of Versailles» (1991 mit Teresa Stratas, Renée Fleming und Marilyn Horne uraufgeführt) blickt inzwischen auf eine solide Aufführungsgeschichte zurück. Auch James Conlon standen 2015 in Los Angeles mit Patricia Racette und Patti LuPone Sängerinnen von Gnaden zur Verfügung.
Coriglianos Beaumarchais-Oper ist die zweite Vertonung des ursprünglich dritten Teils der Figaro-Trilogie (der auch Darius Milhauds «Mère coupable» zugrunde liegt). Sie spielt zwanzig Jahre ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Kai Luehrs-Kaiser
So etwas habe er in 40 Jahren nicht gehört, sagt ein pensionierter Intendant nach dem Liederabend. Das Publikum scheint ähnlich zu denken und springt nach dem letzten Stück sofort von den Sitzen. Strahlende Gesichter überall. Wie beglückt schreiten die Menschen hinaus in den taghellen Frühsommerabend, stehen, schwatzen und schwärmen noch lange im Hof der...
Ob dieses Beispiel Schule macht? Die Brüsseler Monnaie-Oper hat die Regie für ihre jüngste Mozart-Produktion nicht aus der Oberliga der «üblichen Verdächtigen» auf dem Regie-Markt eingekauft, sondern über einen Wettbewerb erstreiten lassen. Zu diesem ungewöhnlichen Schritt fühlte sich das Leitungsteam durch die aktuelle Baustellensituation ermuntert. So lange das...
Die 1719 eröffnete Dresdner Hofoper am Zwinger war eines der größten Opernhäuser ihrer Zeit und genoss die besondere Aufmerksamkeit Friedrich Augusts II., dessen Vater August der Starke die sächsische Hauptstadt zum «Elbflorenz» und Kulturzentrum von europäischem Rang gemacht hatte. 1733, als Friedrich August II. die Herrschaft antrat, war der Kampf um die...
