Body, electric
Riesenmedienrummel vor der Premiere: Das Künstlerkollektiv Gob Squad will einem Roboter Gefühle beibringen! Der Humanoid Myon ging dafür über zwei Jahre immer wieder mal für ein, zwei Tage bei diversen Abteilungen der Komischen Oper Berlin in die Lehre. Dafür ist Oper ja schließlich da, für die ganz großen Gefühle! Das Problem: Sie sehen ganz schnell ganz klein aus, wenn man die Lupe draufhält wie in «My Square Lady».
Während drüben im Sony Center am Potsdamer Platz die Europapremiere von «Terminator – Genisys» läuft, plaudert Gob Squad mit Ensemblemitgliedern über die Dinge, die das Menschsein halt so ausmachen, Liebe, Tod et cetera. Da wird allerhand Persönliches ausgepackt, Menschlich-Allzumenschliches. Und oft allzu Banales. Dazwischen Tophits aus der «Zauberflöte», «Traviata», «Carmen», «Orfeo ed Euridice», «Dido and Aeneas». Fast drei Stunden lang scharwenzeln alle um Myon herum. Und was hat der kleine Zyklop dabei gelernt? Wir fragen am nächsten Tag seinen Papa, den Neurorobotiker Manfred Hild. Die Antwort: Viel. Aber natürlich nicht gerade das, wovon in der Show die Rede ist. Myon kann nun außerhalb des Labors die Signalfarbe Rot erkennen, auch wenn die Beleuchtung ...
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Opernwelt August 2015
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Wiebke Roloff
Ein Adliger schwängert ein Bauernmädchen und lässt es dann sitzen. Drei Akte lang hofft die Verlassene auf seine Rückkehr, doch als sie Zeugin seiner Hochzeit mit einer standesgemäßen Braut wird, stürzt sie sich von einem Felsen. Gerade erst hat Regisseur Michael Sturm Stanislaw Moniuszkos 1858 uraufgeführte «Halka» am Pfalztheater Kaiserlautern vorsichtig...
Über eine längere Weile hin verdämmert das Licht, und irgendwo im Off, in den Katakomben der Träume, spielt Elisabeth Leonskaja Schumanns «Geistervariationen» von 1854. Unter diesem Namen sind sie bekannt geworden, weil eine Engelserscheinung (oder aber jene Schuberts) das Thema vorgegeben haben soll. Es passiert im Theater an der Wien, gegen Ende des letzten...
Siebzehn Operninszenierungen, acht Ballettproduktionen. Haben sich die Schleusen des Subventionshimmels geöffnet? Hat sich das Teatro alla Scala in ein Repertoiretheater verwandelt, ist sovrintendente Alexander Pereira die Quadratur des Zirkels gelungen? Anlässlich der Expo 2015 hat die Politik für ihr Kulturschmuckkästchen tiefer in die Tasche gegriffen, man will...
