Wichtige Regieleistungen der Saison

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Etwas war anders als sonst. Ziemlich anders. Nicht mehr vier Teile, sondern nur deren drei enthielt das gemeinsam von Tatjana Gürbaca (Regie), Bettina Auer (Dramaturgie) und dem Dirigenten Constantin Trinks realisierte «Ring»-Projekt im Theater an der Wien. Grundidee war es, die Geschichte aus dem Blickwinkel der Opfer, der jungen Generationen in Wagners Zyklus, zu schreiben und gewissermaßen an einer Schuld der Eltern respektive Großeltern festzumachen.

Diese neue Dramaturgie, die aus den originalen Stücken wie aus einem Steinbruch «Die Ring-Trilogie» herausmeißelte (Siegfrieds Tod etwa stand hier, Wagners ursprüngliche Intention aufgreifend, am Beginn), besaß im Sinne einer lebendigen, antimusealen Kunst großen Reiz, wurde aber auch kontrovers diskutiert. «Tatjana Gürbaca, eine der Kreativsten der heutigen Regieszene, bringt in Henrik Ahrs zeitlich changierendem Bühnenraum unterschiedliche, zwischen Inspiration und Banalität wechselnde szenische Ideen ein» (OW 1/2018)

Hintersinn und Mehrbödigkeit zeichneten, entgegen landläufiger Klischees, schon das «Original» aus, insbesondere das Libretto, das Victor Léon und Leo Stein für Franz Lehárs Operette «Die lustige Witwe» ...

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Opernwelt Jahrbuch 2018
Rubrik: Bilanz, Seite 131
von Red.

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