Kontrastprogramm
Mit der «Zauberflöte», so eine seit der Uraufführung von Mozarts opus ultimum 1791 in Wien allgegenwärtige Intendanten-Weisheit, liegt man immer richtig. Egal, wie Emanuel Schikaneders krause Kreuzung aus Zaubermärchen und Maschinentheater, volkstümlicher Komödie und Freimaurer-Mysterium in Szene gesetzt und die musikalische Kontrastdramaturgie zur Geltung gebracht wird. In den für die Bundesrepublik, Österreich und die Schweiz ermittelten Opern-Charts des Deutschen Musikrats belegt das disparate Singspiel regelmäßig den Spitzenplatz.
Auf durchschnittlich sechshundert bis siebenhundert Aufführungen und knapp vierhunderttausend Besucher bringt es die «Zauberflöte» pro Spielzeit allein im deutschsprachigen Raum.
Freilich geraten über die beispiellose Popularität des Stücks leicht jene Schwierigkeiten aus dem Auge, vor die der an wunderlichen Prophetien, Paradoxien, auch Plattitüden reiche Plot nicht nur die Regie stellt. Die naturhaft-sinnliche Sphäre Papagenos/Papagenas und die salbungsvoll-pathetische, patriarchalische Priesterwelt Sarastros – wie passt das zusammen? Die zwischen innigem Herzschmerz und schriller Drohgebärde zerrissene Königin der Nacht – kann man eine multiple ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Stockhausen ist einer der großen Pioniere der elektronischen Musik. Seine Platten werden in England unter der Sparte Pop verkauft, und so manche berühmte Band hat sich besondere Effekte beim großen Meister abgelauscht. Wer Pink Floyd oder The Mothers of Invention liebt, wird sich auch in den Klängen von Stockhausen zurechtfinden. Für mich war die Begegnung mit...
Zwei Klassiker der Mono-Ära, die Decca- «Salomé» unter Clemens Krauss (1954) und «Hänsel und Gretel» unter Herbert von Karajan (EMI, 1953), wurden jetzt bei Naxos neu aufgelegt, auf der Grundlage der britischen Original-LPs von Mark Obert-Thorn restauriert. Krauss führt das Riesenorchester von Strauss zu kammermusikalischer Klarheit und Leichtigkeit, ohne der...
Die neue Herausforderung für das Opern-Theater: Wie lassen sich neue mediale Ausdrucksmittel, Film oder Video, mit der überlieferten Werkgestalt aus Musik, Gesang, Handlung samt fixiertem Ort derselben verbinden, womöglich gar in dieselbe integrieren? An Versuchen fehlt es nicht, besonders nicht in der Moderne. Olga Neuwirth etwa experimentiert auf diesem Gebiet...
