Einführung

Michael Schwalb hat eine konzise Biografie über Hans Pfitzner geschrieben

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Hans Pfitzner? Bewundert viel und viel gescholten. Man übertreibt wohl nicht, wenn man behauptet, dass es in der Musikgeschichte keinen vergleichbaren Fall gibt, in dem ein Komponist von unbestreitbar erheblichem Rang durch seine politischen und kulturpolitischen Einlassungen dermaßen in Verruf geraten ist. Schon weit vor 1933 zeigte sich eine Affinität zwischen ihm und den reaktionären politischen Bestrebungen, nach 1933 versuchte er (wenn auch letztlich mit wenig Erfolg) in Konkurrenz mit Richard Strauss zum Vorzeigekomponisten des Dritten Reichs zu werden.

Der Fall von Pfitzners österreichischem Kollegen Franz Schmidt kommt in den Sinn – dieser begann kurz vor seinem Tod noch eine Kantate mit dem Titel «Deutsche Auferstehung» zu komponieren, die dezidiert ein Lobpreis des sogenannten Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich war und ausdrücklich dem «Führer» huldigte –, liegt aber in mancher Hinsicht anders, auch hat Schmidt bei Weitem nicht den Bekanntheitsgrad Pfitzners erreicht.

Die Literatur über Pfitzner ist nicht sehr umfangreich. Allerdings hat sich die Quellenlage seit den 80er- und 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts erheblich verbessert – seit nämlich Bernhard ...

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Opernwelt November 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 38
von Jens Malte Fischer

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