Aus Körper und Stimme
Denkbar unspektakulär, das Ganze. Einfach nah an Wort und Musik. Leicht stilisiert, immer aus der Körpersprache der Figuren lebend, Farben und Gesten genau setzend. So wie Christof Loy seit Jahren (fast) immer arbeitet. Bei seinem Berlin-Debüt hat der knapp fünfzigjährige Regisseur damit jetzt Ovationen ausgelöst, wie sie in Opernhäusern der Hauptstadt lange nicht zu hören waren. Dankbarkeit schwingt mit. Offenbar gibt es große Teile des Publikums, die den Oberflächenglanz der Staatsoper, aber auch die Dekonstruktionsakte an der Komischen Oper satt haben.
Die es honorieren, wenn jemand ein Stück in seinen Verästelungen ernst nimmt, sich ihm in respektvoller Zurückhaltung nähert – und damit der Deutschen Oper ein Stück Identität bestätigt. Ensemble, Gastsolisten, Chor, Orchester, Technik: Alle durften sich eingebunden fühlen ins gemeinsame Arbeiten. Längst nicht mehr selbstverständlich so etwas.
Damit ist das Wichtigste über die Aufführung gesagt – gemessen am aktuellen Zustand der Berliner Opernszene. Wenn man den Rahmen anders steckt, lässt sie sich genauer orten. Bleiben wir in Berlin. Die letzte «Jenufa» an der Deutschen Oper war vor zehn Jahren Nikolaus Lehnhoffs Inszenierung ...
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Opernwelt April 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Stephan Mösch
Jubilare
Sie gab ihr Bühnendebüt 1926 im Alter von 14 Jahren am Budapester Magyar Színház-Theater, entwickelte sich in den Folgejahren mit Auftritten nicht nur in Ungarn rasch zum Operetten-Star und füllte als musikalisches Wunderkind die Konzertsäle in ganz Europa. Marta Eggerth wurde 1912 in Budapest geboren und ging nach Gesangsausbildung und Engagements in Wien...
Eine Produktion im Zeichen des Abschieds: Intendant Johannes Reitmeier schenkte sich und dem Publikum zum Finale die Kaiserslauterner Erstaufführung (!) des «Parsifal». Wie gut das Haus bestellt ist, das der 49-Jährige bei seinem Wechsel nach Innsbruck hinterlässt, zeigt ein Blick auf die vier abschließenden Musiktheater-Produktionen: neben Wagners...
Rollendebüts sind keine Sache, die man allzu hoch hängen muss. Oft sind sie heute nur Teil einer PR-Masche. Sängerinnen und Sänger werden in der Regel besser, wenn sie ein Stück mehrfach gemacht haben. Deshalb gab es einmal den Weg von der Provinz (wo man Partien ausprobierte, sie eroberte oder eben wieder ablegte) zu mittleren und dann zu großen Häusern. In...
