Das ist ja nicht wie bei «scrambled eggs»...
Herr Schade, hinter Ihnen liegt quasi eine Phase konzentrierten Herrschertums im Geiste Mozarts: Im vergangenen halben Jahr haben Sie als Lucio Silla, Idomeneo und Titus auf der Bühne gestanden. Was verbindet diese Figuren, was trennt sie?
Alle drei verbindet ein ganz großer innerer Schmerz. Titus ist ein Herrscher, der eigentlich nicht regieren will und der dadurch, dass er allen vergibt, aber eigentlich nicht richtig zuhört, ein Vakuum von Macht kreiert.
Lucio Silla ist auch ein Leidender, aber zugleich ein in sich selbst verliebter großer Herrscher, dessen Wahn dadurch entsteht, dass er alles beherrschen kann, nur die Liebe nicht. Idomeneos Problem ist ein Urtyp der Literatur- und Religionsgeschichte, der Vater, der den Sohn opfern muss, eine Abraham-Isaak-Geschichte. Es ist die vielleicht persönlichste der drei Opern, geprägt durch Mozarts Beziehung zu seinem Vater; er hat sie ja auch sehr geliebt.
Adorno hat das Genre Oper schon Ende der 1950er Jahre für passé erklärt und immer wieder darauf hingewiesen, dass heute dem Individuum jene Bedeutung, die es in der Oper noch hat, nicht mehr zukommt.
Das sehe ich nicht so. Auch in Zeiten vermeintlicher subjektiver Ohnmacht fühlt jeder ...
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Ein kulinarischer, gleichwohl intellektuell aufs Feinste ausgeklügelter Opernabend: Philipp Himmelmann präsentiert «La finta giardiniera» als ein turbulentes Verwirrspiel im Irrgarten der Liebe. Als Bühnenbild hat Hermann Feuchter ihm ein hochgestelltes, um 90 Grad gekipptes goldgrundiges Labyrinth gebaut, in dem die (von Gesine Völlm in bildschöne Rokokokostüme...
Bis zur «Walküre» ist Graham Vicks «Ring» in Lissabon gediehen, immerhin. Ob «Siegfried» und «Götterdämmerung» folgen werden, steht am Teatro Nacional de São Carlos in den Sternen. Es ist eben nicht leicht, ein auf fünf Jahre angelegtes Projekt zu realisieren, wenn die öffentliche Hand den Etat des Hauses erst kurz vor Beginn einer neuen Spielzeit genehmigt. Ein...
Zum Kernrepertoire der Met zählt «Die ägyptische Helena» nicht gerade. Man muss bis 1928 zurückgehen, um auf die letzte Aufführung zu stoßen. In der Kritik hagelte es damals Verrisse, und an dieser Reserve hat sich in New York bis heute, da das Stück für Deborah Voigt wieder ausgegraben wurde, nichts geändert. Voigt ist eine Helena, die einem alten Film entstiegen...
