Wohin mit dem Gesang?
Hans-Peter Jahn, Künstlerischer Leiter des Stuttgarter Eclat-Festivals für Neue Musik, ist in den vergangenen Jahren zunehmend von der großen Rätselfrage Musiktheater fasziniert: Wie könnte die Musikbühne jenseits von Literaturoper, Narration und Guckkasten beschaffen sein? In Stuttgart hat Klaus Zehelein mit dem Forum für Neues Musiktheater stets auf der Überholspur Gas gegeben, bis dieses Projekt ein schnödes Ende fand (siehe OW 2/2007). Eclat humpelte hinterher.
Vor zwei Jahren hatte Jahn ein großes Stückwerk namens «Großstadt nachts» gewagt und war wacker gescheitert mit zehn Miniaturen von zehnminütiger Länge: Der Festivalleiter, der (nicht nur in Programmheften) gern sprachmächtig aufbraust, hatte sich damals noch als Dichter mit einem Werk beschieden.
In diesem Jahr steuerte Jahn komplett Idee, Texte und Inszenierung für das Haupt- und Abschlussstück des Festivals bei: «Alles klar – Theater mit Gesang», Untertitel: «Eine Karambolage von Kompositionen und Szenen». Kein unattraktiver Ansatz, denn gemäß dem diesjährigen Festivalmotto «Gesang» sollten Komponisten mit neuen Genrestücken Lieder-Klassikern von Schubert, Wolf, Schumann und Strauss entgegentreten, auch Wolfgang ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Dass der seit August 2006 amtierende Met-Chef Peter Gelb der mächtigste Opernmanager Amerikas ist, sieht man ihm nicht an. Meist steckt der schmächtige Mann in einem unauffälligen, leicht verknitterten schwarzen Anzug. Das schüttere Haar wird gewiss von keinem Star-Coiffeur gestylt, und auf der Nase sitzt auch keine Designerbrille. Gelbs Büro im Parterre des...
«Les Contes d’Hoffmann» feierten 2002 an der Deutschen Oper Berlin eine ambitionierte, doch unfertig wirkende Premiere in der Regie von Sven-Eric Bechtolf. Weniger anspruchsvoll, dafür konsequent durchinszeniert, hebt nun die Komische Oper Thilo Reinhardts deutschsprachige Produktion (mit Dialogen) auf die Bühne. Dem Regisseur kommt dabei die Aufgabe zu, gegen die...
Von Adolphe Adams über siebzig Opern und Balletten sind nur die unsterbliche «Giselle» und der Tenor-Hit des «Postillons von Lonjumeau» der Furie des Vergessens entgangen. Jetzt hat Bielefeld den «Toréador» ausgegraben, eine 1849 uraufgeführte und in Deutschland anscheinend noch nie gespielte Opéra comique. Die Handlung bedient sich des Schemas der erotischen...
