Der stylishe Entrümpler
Blaue Lichtprospekte. Scherenschnitthafte Figuren. Dazu ein autistisches Beharren auf sich selbst. Wer hätte gedacht, dass bei einer solch asketischen Diät der Mittel, wie sie Robert Wilson an den Tag legt, eine so lange Karriere überhaupt möglich ist?
Viel ist anfangs gelästert worden über die «blöde-kunstgewerblichen Bildchen», über ein «Theater der Sinnlosigkeit, ohne eigene Struktur» (Peter Iden), das sich seit «Einstein on the Beach» (Avignon, 1976) einnistete in den Reiseplänen von Theaterintendanten und Kritikern.
Selbst beleuchtungsästhetisch, so hat der Lichtdesigner Manfred Voss gesagt, seien die Arbeiten des 1941 in Waco/Texas geborenen Robert Wilson eigentlich nicht sonderlich interessant: ein einfacher, bunt hinterlegter Prospekt, vor dem einige Personen angestrahlt werden. Na und?
Anfangs behalf man sich damit, die Schupo-Choreografie seiner Figuren damit zu erklären, dass der kleine Bob eine kindliche Sprachbehinderung mit Hilfe der amerikanischen Tänzerin Byrd Hoffman überwunden hatte. (Nach ihr benannte er 1968 seine damalige Theatertruppe.) Alle Psychologie, alle Expressivität und aller Konflikt wurde in eine reduktive Bewegungsdramaturgie gepresst. Wobei für Sänger ...
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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Jubilare II, Seite 85
von Kai Luehrs-Kaiser
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