Wert der Kunst
Der 1837 geborene Hans Sommer war eine Doppelbegabung: erfolgreicher Naturwissenschaftler und Komponist. Erst mit Ende 40 hängte er seinen Direktorenposten an der TU Braunschweig an den Nagel, um sich ganz der Musik zu widmen. In den letzten Jahren hat man peu à peu damit begonnen, Sommers Werke wiederzuentdecken.
Beim Hören der jetzt in Gera aufgeführten romantischen Oper «Rübezahl und der Sackpfeifer von Neiße» – aber auch bei der Auseinandersetzung mit den Liedern und der Kammermusik – fragt man sich verwundert, wie seine Musik überhaupt in Vergessenheit geraten konnte: überraschend der melodische Erfindungsreichtum und musikdramatische Instinkt dieses Komponisten, der sich noch als reifer Mann von Franz Liszt unterrichten und von Richard Strauss Ratschläge in Sachen Orchestrierung erteilen ließ. Dass er glühender Wagnerianer war, hat Sommer nie verleugnet – dennoch versuchte er, sich musikalisch abzugrenzen.
In Gera war die Opernausgrabung Chefsache. GMD Laurent Wagner lotete gemeinsam mit dem Philharmonischen Orchester Altenburg/Gera die vielschichtige, von einem Netz aus (Leit-)Motiven durchzogene Partitur mit feinem Gespür für deren Spezifik und inneres Tempo aus, die ...
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Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Bettina Volksdorf
Lange Zeit hatte Bohuslav Martinus «Griechische Passion» einen schweren Stand: 1957 von Covent Garden vor der Uraufführung abgelehnt, erfuhr das Werk gravierende Umarbeitungen, ehe es – erst nach dem Tod des Komponisten – 1961 in Zürich aus der Taufe gehoben wurde. Ein Renner ist das auf einem Roman von Nikos Kazantzakis basierende Stück immer noch nicht. Denn die...
Hört man «Satanella», wird man an William Schwenck Gilbert and Arthur Sullivan erinnert – nur, dass hier wohl alles todernst gemeint ist. Oder doch eher nicht? Vielleicht auch tongue in cheek? Auf jeden Fall dürften Gilbert & Sullivan in diesem Stück genügend Material für ihre Parodien der viktorianischen Oper gefunden haben, das überraschende «Happy ending»...
Und so werden sie sich in der kommenden Saison alle ums wärmende Feuer der Vergangenheit versammeln. Oder ist es doch mehr eine Séance? Wenn, dann werden jedenfalls aus sehr unterschiedlichen Gründen Geister beschworen. In Lyon, wo mit Klaus Michael Grübers «Poppea», Heiner Müllers «Tristan» und der «Elektra» von Ruth Berghaus Legendäres wiederauferstehen soll....
