Griechische Passion
Athens Megaron ist nicht irgendein Ort, um «Elektra» zu spielen. Das historische Mykene liegt nur eineinhalb Autostunden entfernt. Wenn die Mythe nicht lügt (was sie laut Ernst Bloch gern tut), dann kann man sich dort das Badezimmer vorstellen, in dem Agamemnons Schädel gespalten wurde – von seiner Frau. Hügelabwärts liegen die Tholosgräber der Atridensippschaft. Was Heinrich Schliemann hier fand, ist in Athens Nationalmuseum ausgestellt. Besonders natürlich jenes hauchdünne Goldporträt, das er für die Maske des Agamemnon hielt.
In den Südhang der Akropolis schmiegt sich das Dionysos-Theater. Dort kam die grausame Logik des Elektra-Stoffes erstmals auf eine Bühne. Sophokles forderte mit seiner Radikalversion Dutzende von Bearbeitern heraus, darunter Voltaire, Giraudoux, Sartre, Gerhart Hauptmann und Hofmannsthal. Des Letzteren psychologisch hochgerüstete Version wiederum war ein gefundenes Fressen für Richard Strauss, der nicht nur das Selbstbild des «griechischen Germanen» pflegte, sondern mit malträtierten Köpfen bereits Erfahrung und Erfolg gesammelt hatte: Nur ein Stoff wie «Elektra» konnte «Salome» toppen. Von den vier Theatersälen, über die Athens Kultur- und ...
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Mirella Freni, Margaret Price, Renata Tebaldi und, natürlich, Magda Olivero – nahezu untrennbar ist «Adriana Lecouvreur» mit den großen Sängerinnen des Jahrhunderts verknüpft. Francesco Cileas Schauspielerinnentragödie ist das Divenstück par excellence, und wenn ein Theater die «Adriana» auf den Spielplan setzt, dann eigentlich nur, weil es damit einer Primadonna...
Rimsky-Korsakows «Goldener Hahn» wollte in Dortmund nicht so recht die Flügel schlagen. Die «unglaubliche Geschichte» – so der Untertitel der Oper – fußt auf Alexander Puschkins gleichnamiger Verserzählung und ist, wie diese, Märchen und Groteske in einem. Ungleich schärfer noch als die Vorlage ist Rimskys Oper aber auch eine politische Satire auf die...
Die erste Schallplatte eines vollständigen Bühnenwerkes galt 1907 der «Fledermaus», sicher mehr die Verbeugung vor einem einzelnen Meisterwerk als vor der Gattung Operette. Der aufstrebende Hörfunk pflegte das Genre dann aber sehr. Vieles, was alte Kataloge der Reichsrundfunkgesellschaft verzeichnen, dürfte es nicht mehr geben, doch kamen immerhin eine «Fledermaus»...
