Apokalypse im Kloster
Der Roman «Im Land der letzten Dinge», eine der frühen Publikationen des Kultautors Paul Auster, 1987 erschienen, ist eine klassische Dystopie – er steht in derselben spezifisch amerikanischen Erzähltradition, die zuletzt Cormac McCarthys Endzeitvision «Die Straße» hervorgebracht hat. Die «vier letzten Dinge» – im Christentum traditionellerweise Tod, Gericht, Verdammnis und Erlösung – stehen hier als Chiffre für die Apokalypse, die Geheime Offenbarung des Johannes (in der ja genau davon die Rede ist).
Und die Untergangsszenarien in Austers Roman können sich mit denen des biblischen Buches tatsächlich messen: eine Stadt, in der jede Ordnung zusammengebrochen ist, in der permanenter Bürgerkrieg herrscht, in der der Tod durch Mord, Selbstmord, Hunger oder Krankheiten allgegenwärtig und der Kannibalismus organisiert ist (die Ich-Erzählerin kommt beinahe in einem Menschen-Schlachthaus ums Leben). Keine Zukunftsvision – darauf legt der Autor Wert: Vorbilder für seine Schilderungen waren unter anderem die Belagerung Leningrads im Zweiten Weltkrieg und der Stadt-Moloch Kairo.
Darum zu wissen, kann beim Besuch von Gerhard Stäblers «konzertanter Aktion» nicht schaden. Ist schon das Buch als ...
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Der Komponist Saverio Mercadante ist auf dem Opernfestival in Wexford schon des Öfteren gewürdigt worden. Nach Aufführungen von «Elisa e Claudio» (1988), «Elena da Feltre» (1997), «Il giuramento» (2002) und «La vestale» (2004) wurde die 59. Spielzeit in diesem Jahr mit einer Neuinszenierung der selten gespielten «Virginia» eröffnet. Mercadante war 56 Jahre alt, als...
Was tut ein Opernregisseur, wenn er Richard Wagners «Götterdämmerung» einem Theater als Einzelstück versprochen hat und danach unerwartet den gesamten «Ring des Nibelungen» angeboten bekommt? Auf das Einzelstück verzichten, auf den Zyklus verzichten oder gleich alles liefern? Der Australier Barrie Kosky, dem das Neinsagen offenbar schwer fällt, hat sich für die...
Herr Rutherford, mit Ihren 38 Jahren dürften Sie der Jüngste sein, der Hans Sachs in Bayreuth gesungen hat, zumindest in den letzten Jahrzehnten.
In den allerletzten vielleicht, doch 1969 sang Norman Bailey dort den Sachs mit gerade sechsunddreißig. Es ist wahrscheinlich nicht die Partie, mit der man normalerweise eine größere Karriere beginnt, aber für mich...
