Filmreif

Janacek: Die Sache Makropulos Gent / Opera Vlaanderen

Opernwelt - Logo

In den letzten Jahren seines Lebens dachte Leos Janácek viel über die Unsterblichkeit nach. Vom Zyklus des Werdens und Vergehens erzählt seine drittletzte Oper «Das schlaue Füchslein». Die letzte, «Aus einem Totenhaus», beleuchtet die Sehnsucht nach Überleben im Schreckensalltag eines Lagers. «Die Sache Makropulos», sein vorletztes Bühnenwerk, behandelt den Traum vom ewigen Leben auf Erden, der sich letztlich als Alptraum entpuppt.

Die Titelheldin, Elina Makropulos alias Emilia Marty, hat dank eines Elixiers von ihrem Alchemisten-Vater schon über 300 Jahre auf dem Buckel, doch nun lässt die Wirkung nach. Am Ende kann sie sich das Rezept beschaffen, könnte also weiterleben mit dem sagenhaften Stoff. Aber sie verzichtet freiwillig. Weil sie genug hat von Langeweile, Ekel und all den Einsichten in die Abgründe menschlichen Verhaltens. Der Zauberzettel landet im Feuer – Erlösung durch Sterbenkönnen.

Der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó hat sich bereits in einem Kinofilm mit dem Thema «künstliches Leben» beschäftigt: «Tender Son – Das Frankenstein Projekt» (frei nach Mary Shelley). Janáceks Oper überschreibt er an der Vlaanderen Opera nun mit einem anderen populär gewordenen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2016
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Christoph Schmitz

Weitere Beiträge
Nach Strich und Segen

Es bietet weder Drama noch Handlung im eigentlichen Sinn: Der Typus des geistlich-erbaulichen Oratoriums gehört nicht gerade zu den Favoriten des heutigen Publikums, selbst wenn man ihm Meisterwerke wie Alessandro Scarlattis «La Santissima Trinità» (vor 13 Jahren von Fabio Biondi und Europa Galante wiedererweckt) oder «Il trionfo del tempo e del disinganno» des...

Volle Kraft voraus

Wir haben es ja schon immer geahnt: Sachsen-Anhalt ist der ideale Ankerplatz für Geisterschiffe. Gleich drei neue «Fliegende Holländer» kommen in dieser Spielzeit dort heraus, zum Saisonstart in Dessau und Halle, im Januar zieht dann Magdeburg mit einer Inszenierung von Vera Nemirova nach. Während in der Berliner Opernstiftung Premieren-Doubletten oder gar...

Verhext

In seinem «Macbeth», so schreibt Verdi im Februar 1865 an den Pariser Verleger und Theaterdirektor Léon Escudier, gebe es im Grunde genommen nur drei wichtige Partien, nämlich die Titelrolle, die Lady und – den Hexenchor. Denn, so notiert er weiter, die «Hexen beherrschen das Drama; alles stammt von ihnen. Sie bilden wirklich eine Persönlichkeit, und zwar eine von...