Gluck light
«Einstweilen (...) singe ich unter anderem gar oft und mit unaussprechlichem Vergnügen die Partie des Oedib in der Musik von Sacchini.
Sie ist bei uns (in Berlin) gegeben worden, wie man mir gesagt hat, und hat wenig Beyfall gefunden; gewiss nur bey denen, die es nicht verstehen, innere Schönheiten eines Kunstwerkes durch eine fehlerhafte Exekution durchzufühlen; Ihnen hat sie gewiss gefallen, das sagt mit mein Gefühl, für das ich keine edlere größere und erhebendere Musik und Oper zugleich kenne als Oedib zu Colonno; ich habe sie 13 Mal hintereinander gehört, und es ist die einzige Oper die sie mir hier zu Dank geben.» Die begeisterten Zeilen, die der zweiundzwanzigjährige Bankierslehrling Abraham Mendelssohn, Vater des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy, 1799 seinem väterlichen Freund Carl Friedrich Zelter aus Paris schickt (zitiert nach Thomas Lackmann: Das Glück der Mendelssohns, Aufbau Verlag 2005), sind wohl das deutlichste Zeugnis für die Popularität, die Antonio Sacchinis letztes Bühnenwerk, der 1786 uraufgeführte «Oedipe à Colone» vor zweihundert Jahren genoss. Fast sechzig Jahre lang, bis 1844, hielt sich das Stück auf dem Spielplan der Pariser Opéra und konnte es an Popularität durchaus mit den Opern Glucks aufnehmen. ...
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Biene Maja auf der Opernbühne: Rund um eine hübsche riesige Blume (Ausstattung: Christian Schmidt) tummelt sich der junge Graf Almavia als verliebte Hummel, die sich vor einer Riege Ameisen (irre komisch und exzellent parlierend: der Männerchor des Gärtnerplatz-Theaters) immer wieder neckisch mit einem goldenen Flitterregen bestäubt. Tom Cooley singt ihn mit...
