Diven-Offensive
Mit drei fast zeitgleich veröffentlichten Recitals geht Virgin Classics in eine Primadonnen-Offensive, die sich auch in der Programmgestaltung vom Mainstream abzuheben versucht.
Im Fall der amerikanischen Mezzosopranistin Joyce Di Donato ist die Idee eines Konzept-Albums, das bekannte Opernstoffe von verschiedenen Seiten beleuchtet, sei es durch den Wechsel der Zeiten und Stile, sei es durch die unterschiedliche Geschlechtsperspektive, zunächst vielversprechend: Mozarts Susanna trifft Cherubin und dieser seinen Nachfolger bei Massenet, Sesto in Glucks «La clemenza di Tito» steht Vitellia in Mozarts Version desselben Sujets gegenüber, auf Gounods Siebel folgt die Marguerite von Berlioz und so weiter.
Doch diese Gegenüberstellung wird nicht wirklich erhellend, da die Sängerin zu wenig Farbe bekennt, und zwar im doppelten Sinn: vokal wie interpretatorisch. Zunächst die Stimme: Sie scheint zum (hellen) Sopran mutiert, klingt in der Tiefe ausgebleicht und ausgedünnt. In ihren Rossini-Glanzpartien Rosina und Cenerentola bleibt sie trotz technischer Bravour deutlich hinter früheren Aufnahmen zurück.
In den meisten Fällen fehlt obendrein der dramatische Zugriff auf die Rollen. Männer wie ...
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Opernwelt März 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 24
von Ekkehard Pluta
Dieser Carlo singt wahrhaft königlich. Sicher und strömend in allen Lagen, mit reizvoll verschattetem Tenor: Nikolay Dorozhkin nimmt als Dauphin, als noch ungekrönter König von Frankreich, das Publikum vom ersten Takt an für sich ein – zumindest vokal. Seine Darstellung ist weniger aufregend. Historisch war Karl VII. ein Zauderer, der tatenlos zugesehen hat, wie...
Die Insignien und Embleme unterschiedlichster Religionen, sie fügen sich hier zu einem unheimlichen, erdrückend wirkenden Labyrinth aus Statuen. Antike Gottheiten: Buddhas, Pharaonen, Drachen, Madonnen, Gekreuzigte... Wer findet sich noch zurecht auf diesem Skulpturenfriedhof? Wer verheißt Orientierung? Wo sind die echten Heilsbringer?
Für Joan Anton Rechi, Alfons...
Die Zielrichtung der Oper ist zunächst etwas unklar. Einerseits wird sehr bald deutlich, dass sich um 1600 ein Medium etabliert, das wie kaum ein anderes für die höfische Repräsentation geeignet ist. Andererseits war es gerade dieser repräsentative Aspekt, der ganz essenziell mit Prachtentfaltung verknüpft war und den die frühen Autoren der Oper offensichtlich...
