Mensch und Maschine
Die Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine waren für das Musiktheater schon immer von allerhöchstem Interesse. Offenbachs genarrte Liebe des Dichters Hoffmann zur Puppe Olympia wäre zu nennen, auch d’Alberts «Golem»-Oper. In jüngerer Zeit weitete Steve Reich das Thema der Optimierung kreatürlicher Wesen mit «Three Tales» über das Klonschaf Dolly auf das Tierreich aus, Michael Nyman befasste sich in «Facing Goya» mit Gentechnik und spitzte die Spekulation politisch in Richtung Rassenwahn zu.
Das Klon-Thema spielte Jörg Widmann in «Das Gesicht im Spiegel» weiter durch, und im vergangenen November stellte die Berliner Komische Oper mit «My Square Lady» einen von Wissenschaftlern konstruierten, veritablen Humanoiden mit Namen Myon auf die Bühne. Wir wollen auch die Band Kraftwerk nicht vergessen, die bereits 1978 «Wir sind die Roboter» sang ...
Nun hat der norwegische Komponist Rolf Wallin gemeinsam mit dem britischen Librettisten Mark Ravenhill – hierzulande berüchtigt dank seines Theaterstücks «Shoppen & Ficken» – mit «Elysium» ebenfalls den Versuch eines Opern-Blicks in die Zukunft unternommen. Dass dieser biederer und kunstgewerblicher ausfällt als andere, ist in erster Linie ...
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Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Regine Müller
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
– Die Entführung aus dem Serail: 1., 20., 22., 27., 29.
– Au Monde: 12.
– West Side Story: 15.
– Tannhäuser: 16.,...
Die Trompete wimmert – zart, versehrt – im Nachhall des Schlagzeugs. Es klagt das Fagott. Erschöpfung liegt über der ersten Szene aus Volker David Kirchners neuer Oper «Gutenberg». Die Musik erinnert an die fahlen Stimmungen im Spätwerk von Dmitri Schostakowitsch, die Szene selbst – mit dem alten Johannes Gutenberg im Algesheimer Hof zu Mainz – ist ein Echo des...
Ermanno Wolf-Ferraris «Schmuck der Madonna» wurde 1911 in Berlin uraufgeführt und war sofort ein Erfolg. An der Metropolitan Opera in New York kam das Stück mit Maria Jeritza und Giovanni Martinelli heraus. Mehr war damals nicht drin. Und höher kam auch Puccini nicht hinaus. Eine späte Verismo-Oper? Zumindest teilweise. Neapel als Ort des Geschehens spricht dafür,...
