Kammerspiel
In Osnabrück ist der «Lohengrin» Stadtgespräch. Kein Zweifel, das kleine Stadttheater hat Wagners Oper bravourös gestemmt. Schon logistisch ist der Abend beeindruckend. Weil der Graben nicht ausreicht, ist das Orchester auf die Hinterbühne verbannt, und der auf 63 Sängerinnen und Sänger erweiterte Chor wird meist an die Seiten abgedrängt, ohne darum steif zu wirken. Die schmale, weit nach vorne gezogene Spielfläche rückt die Handlung ganz nah an die Zuschauer heran, ja macht diese fast zu Mitspielern.
So gewinnt Wagners Musik eine erhöhte akustische Präsenz, und Andreas Hotz am Pult nutzt die Chance. Ist erst einmal der ätherische Pianissimo-Beginn mit seiner heiklen Balance der vierfach geteilten Violinen überwunden, so schlägt sich das Orchester mit Verve, begleitet klangschön, stellt seine spieltechnischen Qualitäten in den dunklen Holzbläserfarben wie in der martialischen Wucht des Blechs unter Beweis und ist den Instrumentationswundern dieser Partitur durchweg mit wachem Sinn gewachsen. Klangmächtig, wenn auch oft zu massiv, die großen Chorszenen. Hier wie auch bei den Solisten macht sich bemerkbar, dass der Dirigent hinter und nicht vor dem Geschehen steht, die Stimmen nicht ...
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Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Panorama, Seite 56
von Uwe Schweikert
Es ist das alte Lied. Als die Salzburger Festspiele im August 2000 Kaija Saariahos erste Oper auf die Bühne brachten, kochte eine kapitale Kontroverse hoch. Als esoterischen Klangkitsch kanzelten nicht wenige Beobachter «L’Amour de loin» ab, als kunstgewerbliches Machwerk über den Topos der verbotenen Liebe in mittelalterlicher Troubadour-Lyrik, das wie eine...
JUBILARE
Ingeborg Hallstein kam 1936 in München zur Welt und erhielt ersten Gesangsunterricht bei ihrer Mutter, der Sopranistin und Gesangspädagogin Elisabeth Hallstein. Nach weiterem Gesangs- und Schauspielunterricht debütierte sie 1958 in Passau als Musette in Puccinis «La Bohème». Es folgten Engagements am Theater Basel und am Münchner Gärtnerplatztheater, bevor...
Hört man «Satanella», wird man an William Schwenck Gilbert and Arthur Sullivan erinnert – nur, dass hier wohl alles todernst gemeint ist. Oder doch eher nicht? Vielleicht auch tongue in cheek? Auf jeden Fall dürften Gilbert & Sullivan in diesem Stück genügend Material für ihre Parodien der viktorianischen Oper gefunden haben, das überraschende «Happy ending»...
