Samtige Hörner, flirrende Violinen
Engelbert Humperdincks post-wagnerisch-symbolistische Märchenoper «Königskinder», eine Mischung aus deutschem Volkslied und Hollywood-Sound, Wagner/Strauss-Orchester und Fernand-Khnopff-Mystik, wurde 1910 mit Geraldine Farrar an der Met uraufgeführt. Fünf Gesamt-, meist Live-Aufnahmen liegen vor: unter Richard Kraus (1952), Heinz Wallberg (1976), Fabio Luisi (1996), Armin Jordan (2005) und Ingo Metzmacher (2008).
Krauss’ mit dem unübertroffenen Peter Anders ist die poetischste (siehe OW 11/2005), Metzmachers mit Klaus Florian Vogt die experimentellste (siehe OW 5/2011), Jordans mit Jonas Kaufmann die zwischen Sachlichkeit und Empfindsamkeit ausgewogenste (siehe OW 12/2007). Sebastian Weigles Frankfurter Zusammenschnitt mehrerer Aufführungen von September/Oktober 2012 kann daneben bestehen. Vor allem das Opern- und Museumsorchester brilliert in satter Spätromantik, schwelgt in impressionistisch-zarten Valeurs, malt alle Klangbilder der Partitur, die sinfonischen Vorspiel-Dichtungen der drei Akte ebenso wie die gestischen Kommentare, detailliert, plastisch, klangschön, dabei völlig entspannt und unforciert aus. Die Klangkultur ist bis zum letzten Takt exquisit. Mit innigem ...
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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 25
von Boris Kehrmann
Die Konstellation des neuen «Tannhäuser» in Dortmund erinnert an das Düsseldorfer Debakel vom Mai des vergangenen Jahres, als Burkhard C. Kosminskis Inszenierung vor Schreck über die heftigen Proteste sofort nach der Premiere umstandslos in die Schreddermaschine wanderte. Ein beispielloser Fall mangelnden Rückgrats seitens des Managements der Rheinoper. Die noch...
Auf der Suche nach einem Ehemann gönnen sich die Mädchen von heute vorher einen Probelauf», bemerkt Delfa. «Bezaubernd ökonomisch ist das, und ausgebufft...» Dass die Delfa in der «Giasone»-Produktion der australischen Pinchgut Opera eine nicht mehr ganz taufrische Drag Queen ist, sorgte bei einigen Zuschauern für Unmut.
Das war auch schon bei den selbsternannten...
Ein Broadway-Klischee jagte das nächste, kaum ein Witz, der dem Publikum einen matten Lacher entlockt hätte: Die Neuproduktion der «Fledermaus» von Jeremy Sams (Regie) und Douglas Carter Beane (Neufassung des Librettos) an der New Yorker Met besaß, man kann es nicht anders sagen, den Charme eines misslungenen Soufflés. Obendrein servierte sie, (kultur-)historisch,...
