Immer im Gespräch
Herr Delnon, bei Ihrem Amtsantritt vor drei Jahren hatten Sie die Vorgabe, drei Millionen Schweizer Franken aus dem Etat des Theaters einzusparen. Wie war das möglich?
Delnon: Eigentlich gar nicht. Ich habe immer wieder versucht, das dem Aufsichtsrat begreiflich zu machen. Wir haben uns dann darauf geeinigt, die Sparsumme zu reduzieren und von den Reserven des Theaters zu leben. Das hieß auch, Defizite in Kauf zu nehmen. Der Hauptgedanke war, den quantitativen Output zu senken.
Unter meinem Vorgänger Michael Schindhelm bot das Basler Theater etwa 700 Vorstellungen pro Jahr an – bei einer Auslastung, die am Ende zwischen 50 und 60 Prozent lag. Die Zahl der Veranstaltungen musste dringend zurückgefahren werden. Mir war dagegen klar, dass wir auf keinen Fall bei der Qualität sparen durften – im Gegenteil. Denn die Leute denken automatisch: Das Theater hat weniger Geld, also sinkt die Qualität. Und dann ist es natürlich noch schwieriger, sie zu uns zu bekommen.
Schwarz: In der Oper bedeutete das, dass wir uns auf die Veranstaltungen auf der großen Bühne konzentriert und mit Produktionen wie «Hair» und «Sekretärinnen» den Unterhaltungsbereich gestärkt haben. «Sekretärinnen» etwa konnten ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Musiker, vor allem Kammermusiker, behaupten gern, sie wüssten bereits nach wenigen Takten der ersten gemeinsamen Probe, ob die Chemie zwischen ihnen stimmt. Wie ist das zwischen
einem Intendanten und einem Dirigenten?
Markus Stenz: Es ist vielleicht etwas kurios, aber Katharina Thalbach, die wir beide gut kennen und schätzen, hat von Anfang an geradezu rührend...
Rätselhafte Annäherungen. «Es gibt keine richtigen Opern mehr.» Das sagt kess Aminta (Mezzosopran, zunächst mit einem Psychoanalytiker liiert) zu ihrem neuen Freund, dem Dichter Carlo Murbrunner (Tenor: was sonst?), in der zehnten Szene des zweiten Aktes der Oper «Das kommt davon oder: Wenn Sardakai auf Reisen geht». Auch der vorangegangene Satz von Carlo hat es in...
Als Albrecht Puhlmann im Herbst 2003 zum Intendanten der Staatsoper Stuttgart berufen wurde, herrschte allseits Zufriedenheit. Man glaubte, in dem Dramaturgen und Opernchef (Basel, dann Hannover) einen idealen Nachfolger für Klaus Zehelein, den erfolgreichen Vordenker eines konzeptionellen Musiktheaters, gefunden zu haben. Das vorzeitige, bittere Ende für Puhlmann...
