Linz verändert

Nach zehn Jahren am Landestheater zieht sich Intendant Rainer Mennicken ins Privatleben zurück. Er übergibt ein erfrischend vitales, exzellent aufgestelltes Haus

Opernwelt - Logo

Melancholie verschattet die Gesichter der beiden Knattermimen: «In Linz müsste man sein ...» Die süffisante Schluss­pointe des legendären Sketchs von 1959 mit Helmut Qualtinger und Johann Sklenka, in dem zwei Provinzschauspieler ihr Leben Revue passieren ­lassen und ihren Träumen nachhängen, ist längst zum Sprichwort geworden. Ganz im Sinne des hierzulande begeistert geübten Linz-Bashing, an dem auch Thomas Bernhard mit seinem «Heldenplatz» teilnahm: «... in Linz geboren, allein das ist ein fürchterlicher Gedanke».



Natürlich sei Linz lange gezeichnet gewesen von traumatischen Folgen des Nationalsozialismus; das musste verdaut werden, meint Rainer Mennicken, noch Intendant der Linzer Bühnen. Aber es vollziehe sich nicht nur ein Imagewechsel, die Menschen entwickelten sich und ihre Lebensverhältnisse mit beachtlicher Dynamik. «Linz verändert», hätten sie sich zum Wahlspruch gemacht. Mennicken selbst kam 2006 mit Freude nach Linz. «Mir ist angekündigt worden, dass es keine Einsparungen beim Landestheater geben wird, sondern im Gegenteil Erweiterungen: ein Kulturhaupstadt-Jahr, den Theaterneubau, Personalzuwachs, bessere Produktionsbedingungen. Ich war Feuer und Flamme. Manches braucht ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Gerhard Persché

Weitere Beiträge
Weckruf aus Lissabon

Im Mai erlebte Lissabon ein längst überfälliges Revival: «Lindane e Dalmiro», eine tragikomische Oper von João Cordeiro da Silva, uraufgeführt 1789 zum Geburtstag von Königin Maria I. Für die Kammerproduktion hatte die Nationaloper trotz schmalen Budgets exzellente Sänger engagiert. Stück wie Komponist sind heute fast ganz in Vergessenheit greaten, doch an diesem...

Denkanstoß

Ob mit dem genialen Cellisten Emanuel Feuermann, den er am 4. Juni 1924 in Poppers «Serenade» mit Bass-Schmackes am Klavier begleitet, oder als Dirigent, der dem vom «Launischen Glück» schmalzenden Joseph Schmidt (in Strauß’ «Tausendundeine Nacht») den Orchestersamt um den Tenor fältet – Frieder Weissmann war im Zeitalter der Schelllackplatte ein verlässlicher...

Verzettelt

Kunst braucht Mut zum Risiko. Besonders zeitgenössische, das gilt auch im Musiktheater. Die Australische Nationaloper geht Wagnissen allerdings lieber aus dem Weg. Deshalb müssen die wenigen übrigen Ensembles in die Bresche springen – jüngst kam die    State Opera of South Australia in Adelaide diesem Auftrag mit der Uraufführung von George Palmers «Cloudstreet»...