Endzeitvolk: Roswitha Christina Müller (Cassandre) und Chor in Nürnberg; Foto: Theater/Ludwig Olah
Luxuslust
Musikwissenschaftler und andere Puristen dürften nach Betablockern verlangen, den geneigten Abonnenten freut’s. «Les Troyens» auf dreieinhalb Stunden inklusive Pause heruntergekürzt, das ist nicht so arg wie bei Philipp Stölzls «Rienzi»-Quickie in Berlin, aber ein im Doppelsinn einschneidender Fall in Sachen Grand Opéra. Nicht nur, dass am Staatstheater Nürnberg Ballette und manche Figuren fehlen, die ersten beiden Akte (manchmal ja als eigenes Stück gegeben) nurmehr 75 Minuten dauern: Architektur und Entwicklungslinien sind gestört.
Das kann man beklagen – oder, wenn man sich auf das Konzept von Calixto Bieito einlässt, anregend bis faszinierend finden.
Denn nicht tiefenscharfe Charakterkunst ist das Thema oder ein schlüssiges Von-A-nach-B. Das Nürnberger Best of ist eine Schlaglichtfolge, die mit Ritualhaftem, Archaischem und Symbolverliebtem arbeitet. Bieito, so unkte mancher, sei arg zahm geworden. Doch die szenische Reduktion tut der Sache gerade in einem mittelgroßen Haus wie diesem gut. Intensive, starke Bilder sind zu erleben, der Gehalt des Stücks teilt sich mit. Um Figuren eines Todesspiels geht es, um geleugnete und verdrängte Gefahren, um kollektive Gewalt und ...
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Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Markus Thiel
alpha
02.12. – 00:35 Uhr
Dmitri Schostakowitsch – ein Mann mit vielen Gesichtern
Das Werk von Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) ist ein Lehrstück darüber, wie man auch im stalinistischen System seine schöpferische Freiheit als Künstler erhalten konnte. Filmemacher Reiner E. Moritz, der den Komponisten persönlich gekannt hat, konnte für diese Dokumentation auf...
Marc-Antoine Charpentier (1643-1704) – der breiteren Hörerschaft eher als Komponist eines Te Deums und der aus diesem gefilterten Eurovisionsfanfare bekannt – nahm sich des Orpheus-Mythos lange vor Gluck an. Doch seine Tragédie lyrique «La Descente d'Orphée aux Enfers» aus den Jahren 1686-87 blieb vermutlich unvollendet. Geschrieben als Kammeroper für das zehn...
Argentinien
Buenos Aires
Teatro Colón
Tel. +54-1-382 23 89
www.teatrocolon.org.ar
– Andrea Chénier: 5., 9., 10., 12., 13., 16.
– Apollo und Hyacinth: 10., 15., 16., 17.
Australien
Sydney
Opera Australia
Tel. +61-2-931 88 200
www.opera-australia.org.au
– L'incoronazione di Poppea: 2., 3., 5., 6.
– Die lustige Witwe: 31.
Belarus
Minsk
Tel. +75-17 334 10 41
ticket@belarusope...
