Jean-Philippe Rameau

Opernwelt - Logo

Rousseau empfand den französischen Gesang als ein «beständiges Gekläffe». Weil sich die Tragédie en musique, wie Lully sie geprägt hatte, im Vergleich zur italienischen Oper so nah am Text hielt, konnte sie dem koloraturverwöhnten Ohr durchaus spröde vorkommen. Rameau gestand in seinen Bühnenwerken der Musik wesentlich mehr Raum zu. Lully brauche Schauspieler, er selbst aber Sänger! Auch wagemutige Musiker, Regisseure, Intendanten, möchte man hinzufügen.

Noch immer werfen uns die reichen Dissonanzen, die fremdartigen Fortschreitungen und die Farbigkeit des Orchestersatzes aus der Bahn.Packen uns der rhythmische Drive, melodische Erfindungsreichtum und das Feingefühl für die musikalische Psychologisierung der Figuren. Vor 250 Jahren ist Jean-Philippe Rameau gestorben. Plädoyer für ein Genie.

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Jahrbuch 2014
Rubrik: Jean-Philippe Rameau, Seite 70
von

Weitere Beiträge
Nicolai Gedda

Eigentlich wollte er kein Interview mehr geben. Aber dann hat Nicolai Gedda für uns eine Ausnahme gemacht. Vielleicht, weil er sich an die Begegnungen mit «Opernwelt»
erinnerte. An die vielen Treffen mit dem damaligen Chefredakteur Imre Fabian. An das Jahrbuch «Oper 1988», in dem die Gespräche dokumentiert sind. Zu dieser Zeit war der polyglotte, aus Schweden...

Terra incognita

Das Theater ist für ihn das Labor, die Bühne der Seziertisch für unsere Ängste und Gefühle. Romeo Castellucci legt den unmittelbaren Zugang zu unseren intimsten Geheimnissen frei – Geheimnisse, die wir lieber unangetastet wissen wollen. Vertrauen wir uns der Führung Castelluccis an, dann wird sein Theater zum Vorstoß in eine terra incognita, die uns zugleich...

Frankenstein am Alexanderplatz

Drahtig, nicht besonders groß. Ein Bart und wilde Lockenbüsche. Blitzende Augen und eine Riesenenergie. Man würde Aleksandar Denic glatt zutrauen, dass er die gigantischen Sets höchstpersönlich auf die Bayreuther Bühne wuchten könnte, die er sich für Wagners «Ring des Nibelungen» ausgedacht hat. Jenen «Ring», der eigentlich «Denic-Ring» heißen müss­te, wie eine...