Flirts mit dem Musiktheater

Vier aktuelle Produktionen der Metropolitan Opera auf DVD

Opernwelt - Logo

Seit Peter Gelb vor fünf Jahren die Leitung der Metropolitan Opera übernommen hat, ist dort auf szenischem Gebiet eine vorsichtige Annäherung an die Standards des europäischen Musiktheaters zu konstatieren. «Vorsichtig» bedeutet: Die Inszenierungen begnügen sich nicht damit, den auftretenden Sänger-Stars einen dekorativen Rahmen zu bieten, wagen die Stücke gelegentlich sogar zu hinterfragen. Das kam bisher nicht in allen Fällen gut an.



Eine andere Neuerung stieß auf mehr Gegenliebe: die Übertragung der Produktionen in HD-Qualität in ausgewählten Kinos nicht nur in den USA, sondern in aller Welt. Einige dieser Aufzeichnungen wurden bereits auf DVD veröffentlicht, zunächst bei Decca, jetzt bei Sony, deren Chef Gelb vor seiner Berufung an der Met lange Jahre war.  

Zu seinen «Hausregisseuren» ist mittlerweile die vom Schauspiel kommende Mary Zimmerman zu rechnen, deren für unsere Augen leichtbekömmliche Arbeiten in New York einigen Bühnenstaub aufwirbelten. Die teilweise harschen Reaktionen auf ihre «Sonnambula»-Inszenierung hat sie möglicherweise veranlasst, bei Rossinis «Armida» etwas leiserzutreten. Im Grunde begnügt sie sich damit, die auf Torquato Tassos Epos «Das befreite ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Seite 51
von Ekkehard Pluta

Weitere Beiträge
Juwelen und Innigkeit

2005 lieferte die damals in breiten Kreisen wenig bekannte Danielle de Niese in Glyndebourne die Cleopatra in Händels «Giulio Cesare» als perfekte Music-Hall-Nummer ab, tits, hips and ass, mit schnittigen Koloraturen, doch vokal insgesamt nicht so, dass man in Verzückung gefallen wäre. Dies würde, mutmaßte man, eine jener Karrieren werden, die sich einem Hören mit...

Archaik und Wissenschaft

In Bonn stehen Oper und Schauspiel unter scharfem Sparbeschuss des SPD-Oberbürgermeisters. Mit seiner Weigerung einer Vertragsverlängerung wirkt Generalintendant Klaus Weise jedenfalls nicht wie ein Schlafwandler, sondern wie ein klar denkender Prinzipal, der sein Haus lieber nach guter Arbeit mit erhobenem Haupt verlässt, statt später die Scherben zusammenkehren...

Revolutionstheater

Gottfried von Einems 1947 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführte Oper «Dantons Tod» war einer der großen Musiktheatererfolge der unmittelbaren Nachkriegszeit. Dabei war es weniger die politische Stoßrichtung von Büchners Revolutionsdrama über die Jakobinerdiktatur als die erhoffte Bühnenwirksamkeit, die Einem und seinen Librettisten Boris Blacher zu dem Sujet...